Archiv der Kategorie: Turnierberichte

Hessens Seniorenhockey mit neuem Ansatz

Die, die dabei waren, werden sich erinnern: Ende September vergangenen Jahres gab es das erste, vom Hessischen Hockey-Verband angeregte Senioren-Kleinfeld-Hockeyturnier am Freitag abend auf der Anlage des SC Frankfurt 80. Erst jetzt und nachdem Anfang Januar ein zweiter Termin in der Halle folgte, gibt es einen Bericht auf der Seite des Hessischen Hockeyverbandes, den wir hier wiedergeben.

„Seit Jahren ist der Spielbetrieb der Senioren im Hessischen Hockey-Verband rückläufig. Gerade mal drei Mannschaften trafen sich in der Hallensaison 2010/11 zu einer offiziell ausgeschriebenen Pokalrunde. Danach war es das dann wieder – tschüss bis zum nächsten Jahr! Auch im Sommer 2011 hatte die Verbandsgeschäftsstelle bei der Aufforderung zur Mannschaftsmeldung für die inzwischen laufende Feldsaison 2011/2012 wieder nur drei Meldungen für eine Ü40-Runde erhalten, ein geregelter Spielbetrieb war somit wieder nicht zustande gekommen. Es musste etwas geschehen, um diesen Missstand zu beenden.

Seit langem schon hat der HHV-Breitensportausschuss dieses Thema auf seiner Tagesordnung, wissend, wie wichtig die Senioren für jeden Verein sind. Im Herbst 2011 wurden die Gedankengänge in die Tat umgesetzt. Man glaubt, dass die Senioren einen regelmäßigen Spielbetrieb scheuen und nicht jeden Samstag auf dem Großfeld den Hockeystock schwingen wollen, beziehungsweise „gezwungenermaßen“ müssen, weil ihr Verein eine Mannschaft zu einer Pokalrunde gemeldet hat. Breitensportwart Hans-Günther Weber (Wiesbaden) hat sich mit Stephanie Nöthen (Hanau), die das Thema beim hessischen Fußball-Verband auch beruflich bearbeitet, besprochen. Beide glauben, dass ein unregelmäßiger Kleinfeld-Spielbetrieb für Ü40-Teams an einem Freitagabend eher angenommen werden wird.

Weber hatte sich im August und September intensiv mit den Seniorenverantwortlichen vieler Vereine besprochen. Daraus ergab sich, dass nur ein Verein, der seit langem mit einer Seniorenmannschaft an Turnieren teilnimmt, der auch selbst Turniere organisiert, eine Teilnahme an Kleinfeldturnieren grundsätzlich ablehnt. Alle anderen bekundeten großes Interesse und haben sich auch intensiv darum bemüht, eine Mannschaft zu stellen.

Der erste Termin war zu kurzfristig geplant, der zweite, am Freitag, 30. 9. 2011, klappte dann. Es gab Meldungen und Rückzieher, Nachmeldungen und erneute Rückzieher. Letztlich standen sich mit Gastgeber SC Frankfurt 1880, der Frankfurter Eintracht, dem HC Bad Homburg und dem TEC Darmstadt vier Teams gegenüber, jeder gegen jeden. Gespielt wurde über 20 Minuten mit Pausen von etwa 5 Minuten. Gewirbelt wurde, kombiniert wurde, gekämpft wurde, und Tore wurden erzielt. Wie oft die Torleute hinter sich greifen mussten, das wird wahrscheinlich keiner sagen können, wie die Spiele ausgingen, wahrscheinlich auch niemand. Eines aber war festzustellen: Alle waren mit diesem ersten Auftritt zufrieden (zumal das Wetter bestens mitspielte) und haben den Wunsch geäußert, dass das in unregelmäßigen Abständen wiederholt werden soll. Weber plant den nächsten Termin in der Halle Anfang Januar 2012.”

Und dieser Termin fand auch tatsächlich statt. Diesmal leider ohne uns, da der Termin noch in den Weihnachtsferien lag und zu viele nicht da waren. Hier der Bericht über das, was ohne uns passierte:

„Auf Initiative des Breitensportwartes des Hessischen Hockey-Verbandes, Hans-Günther Weber, fand Anfang Januar in der Güntherteichhalle in Hanau ein Ü40-Turnier statt. Und zwar an einem Freitagabend. Damit war gewährleistet, dass es neben dem Sport auch noch Zeit für Gespräche gab. Neben dem Gastgeber 1. Hanauer THC nahmen noch der Rüsselsheimer RK, der Wiesbadener THC und „Frankfurt-West“, eine Spielgemeinschaft aus Vorwärts und Höchst, teil. Es gab spannende und mit Einsatz geführte Spiele, die aber immer freundschaftlich verliefen und allen Beteiligten im Alter von 40 bis 60 Jahren und darüber viel Spaß machten. Ehemalige Bundesligaspieler maßen sich mit Mandatsträgern des HHV, ein Ex-Bundesligatrainer des THC traf auf seine ehemaligen Schützlinge.

Gruppenbild ohne HCH: Die Teilnehmer am 6. Januar 2012 in Hanau

Da Sport am Abend – das Miniturnier wurde im Modus Jeder gegen Jeden bei 20 Minuten Spielzeit ausgetragen – bekanntlich Durst und Hunger macht, hatten THC-Mannschaftskapitän Dirk Gerber und seine Mitstreiter für Rindswürste, Snacks, Bier und Äppler – zum Selbstkostenpreis, versteht sich – gesorgt. Und so wurde der Vorraum der Halle kurzerhand zur Kneipe umfunktioniert, wo an Stehtischen noch das eine oder andere Fachgespräch geführt und Erinnerungen an frühere „Kämpfe“ aufgefrischt wurden. Es war ein rundum gelungener Abend und ein sportlich-gesellschaftlich perfekter Wochenabschluss, der in dieser Form nach einer Wiederholung in der kommenden Hallensaison verlangt.”   Thomas Seifert (Hanauer THC)

Statt eines Turnierberichts: Brief von “down under”

Aufmerksamen Lesern dieser Webseite ist es sicher aufgefallen: Wir haben zu unserem Feldturnier Anfang August vergangenen Jahres in Bad Homburg bisher keinen Bericht veröffentlicht. Das ist natürlich unverzeihlich. Nicht zum

Das kann nur eine sein...

mindesten liegt das daran, daß keine Aufzeichnungen über die Spielergebnisse vorliegen. Nun, man hätte natürlich auch einige launige Betrachtungen über das denkwürdige Gewitter anstellen können, das, kaum war der allerletzte Schlußpfiff ertönt, die Terasse in ein Planschbecken verwandelte und die Zelte (geliehen!) in beklagenswerter Weise deformierte. All das haben wir unterlassen – und geloben feierlich Besserung.

Als mindestens gleichwertiger Ersatz folgt hier ein Brief von Günter (Schnulli), HCH-Ableger in Australien, den er uns mit der Bitte um Veröffentlichung auf unserer Seite zugeschickt hat.

Liebe Senioren und Ex-Seniorinnen des HCH,

auch wenn ich vor 22 Jahren nach Australien ausgewandert bin, konnte der Kontakt zu einigen von Euch aufrechterhalten bzw. richtig gepflegt werden. Hierzu moechte ich die Namen Bio, Manni und Heinzi erwaehnen. Ich bekam daher richtig warme Gefuehle, als ich am 6.  August 2011 in Bad Homburg war und nach so vielen Jahren nochmals ein paar Spiele mit den Homburger Senioren bestreiten konnte. Daher mein aufrichtes Dankeschoen dafuer, dass Ihr mich in der Box habt spielen lassen und das Gefuehl vermitteltet, irgendwie gehoere ich noch zum Club. Thanks mates.

Schreibt aus Australien: Günter (Schnulli) Stevanovic

Aber nicht nur dieses Erlebnis war berauschend, das Wiedersehen von frueheren Mannschaftskameraden stand diesem Gefuehl in keiner Weise nach. 22 Jahre koennen eine lange Zeit sein, zumal wir alle wissen, dass Zeit auch veraendern kann; das gilt natuerlich auch fuer physische Veraenderungen – wir sind alle aelter geworden und haben dadurch auch unser Aussehen (?!?!?) veraendert. Ich bedaure es daher sehr, dass ich unseren ehemaligen Mannschaftsfuehrer (Jochen Dau) nicht auf Anhieb wiedererkannte – I am sorry mate. Bei den anderen Kameraden hatte ich keine Probleme; hatten sich auch nicht viel veraendert. Gegen ein bisken mehr Fuelle und auch staerker ausgepraegte Falten kann wohl keiner etwas machen; wir werden alle aelter, das gleiche gilt auch fuer mich.

Ich freue mich daher sehr, dass ich noch von ehemaligen Recken erkannt und akzeptiert werde; das gilt insbesondere fuer folgende Herren:
Bio Zahn, Manni Wenzel, Heinzi, Erwin Trost, Siggi Hermanowski, Juergen Beyer, Peter Weigand, Gummiknie. Sollte ich welche vergessen haben, die auch am Samstag beim HCH waren, tut mir dieses sehr leid; bitte melden. Aber auch ich bin aelter geworden und kann daher keine Garantie mehr geben, dass mich mein Gedaechnes immer up to date haelt.

Alte Kameraden: Schnulli und Manfred

Was ich an dem Turniersamstag besonders freudig empfand, war das Wiedersehen mit unseren Ladies aus dem weiblichen Kader. Auch wenn diese nicht mehr 30 sind, haben sie aber eines nicht verloren, die Attraktivitaet von weiblichen Hockeyspielerinnen – Ladies ich war sehr beeindruckt. Ich habe mit besonderer Freude das Wiedersehen erlebt und danke Euch dafuer, dass Ihr mich nicht vergessen habt. Es war wirklich toll, Euch nach so vielen Jahren als die gleichen wie damals wiederzusehen. Dankeschoen fuer den Empfang, Ihr seid alle terrific girls: Elke Zahn, Ingrid Beyer, Bettina Weigand, Forelle (Christa), Jutta, Evelyn, Irene, Hanne Wenzel. Auch hier gilt – I am sorry, sollte ich eine vergessen haben. Aber wie Ihr wisst, ist die Alzheimer-Familie eine sehr grosse. Vielleicht gehoere ich ja auch dazu und habe es bisher nur noch nicht erkannt.

Auch wenn ich jetzt viele Namen aus unserer gemeinsamen Vergangenheit zu Papier brachte, soll das aber noch lange nicht heissen, dass Homburger Senioren-Hockeygeschichte nur von diesen gepraegt wurde. Leider – die Zeit war einfach zu kurz – habe ich mir nicht alle Namen merken koennen. I am sorry mates (schliesst uebrigens Eure weiblichen Teilnehmer mit ein), es sind nur die folgenden Namen in meinem Gedaechnis haften geblieben: Hennes, Nico, Sven, Hinrich, Matthias (ich hoffe es geht ihm wieder besser), Christian, Knut, Tim, Andreas und Katrin.

Gruppenbild mit Damen - HCH-Senioren im August 2011: Nicolai Hammersen, Andreas Bohn, Günther Metzner, Martin Sillich, Knut Schäfer, Hinrich Krack, Hennes Jednat (hinten von links); Petra Schäkel, Katrin Pichlmüller, Günter Stevanovic, Tim Ulrich, Christian Harder, Bernd Schmidt (vorne von links)

Da meine Frau Eva und ich in 2013, eventuell auch in 2015 nach Germanien kommen wollen, hoffe ich/wir auf ein weiteres Wiedersehen. Feiert Euren Neujahrsempfang im Clubheim und vermittelt Eurem Vorstand, dass seine Praesenz beim Turnier am 6. August 2011 dem Geist des Hockeyvereins mit Sicherheit gut getan haette.

Meine Frau und ich bedanken uns fuer Eure Gastfreundschaft und hoffen auf ein Wiedersehen im naechsten Jahr.

Cheers and take care,
Guenter und Eva

Immer wieder schön...

Das Halbedelstein-Turnier – HCH in Idar-Oberstein

Die Hallensaison 2011/12 hat begonnen, wie die Feldsaison endete: mit erfreulichen Ergebnissen. Beim Hallenturnier in Idar-Oberstein, der „Edelstein- und Schmuckstadt”, konnten wir mit zwei Siegen und einem Unentschieden rundum zufrieden sein.

Nicht so ganz zufrieden war womöglich Manfred, der an dem Begriff „Halbedelstein” zu verzweifeln drohte, den wir ihm zu seiner Erbauung regelmäßig entgegenhielten. Wir haben gelernt: Es gibt keine Halbedelsteine. Bei Wikipedia lesen wir: „Als Halbedelsteine bezeichnete man früher Minerale, die sich durch ihre Schönheit auszeichnen, im Gegensatz zu den Edelsteinen aber wesentlich häufiger in der Natur vorkommen. Sie sind meist nicht so hart und weniger wertvoll als Edelsteine. Heute spricht man ausschließlich von Edelsteinen oder von Schmucksteinen. Der Begriff Halbedelsteine ist veraltet und sollte in der Mineralogie und Gemmologie nicht mehr angewendet werden. Er deutet eine gewisse Minderwertigkeit an, die tatsächlich aber nicht vorhanden ist.” Das ist wohl noch nicht überall angekommen: Die Google-Suche nach dem Begriff „Halbedelsteine” ergibt mal eben 1.150.000 Treffer (Abfrage 24.11.2011).

In Idar-Oberstein für den HCH am Ball: Hennes Jednat, Martin Sillich (hatte den Cricket-Pullover nicht dabei), Nicolai Hammersen, Manfred Wenzel, Hinrich Krack (hat noch gar keinen Cricket-Pullover gekauft; hinten von links); Sven Schreiber, Christian Harder, Tim Ulrich (vorne von links).

Aber zurück zum Hockey. Im ersten Spiel gegen die German Wanderers gelang ein 5:2-Sieg (Tore: Hennes 2x, Christian, Tim, Nicolai). Besondere Erwähnung verdient das Tor von Christian (H.), der mit einem Rückhandheber den Ball unter die Latte setzte. Lässig meinte er dazu, er habe das gar nicht anders hinkriegen können. Da spricht der Meister. Die zweite Partie gegen den VfL Bad Kreuznach war ausgeglichen und endete dann auch mit einem 3:3-Unentschieden (Tore: Hennes, Tim, Christian nach „Assist” von Nicolai). Zum Schluß ging es gegen den Gastgeber SC Idar Oberstein. Nach einer etwas einseitigen Begegnung stand es 6:0 für uns (Tore: Hennes 2x, Christian, Tim, Nicolai 2x).

Zum Abschluß des aus unserer Sicht gelungenen Turnier-Sonntags gab es ein Wild-Essen im Clubhaus des SCIO. Alles in allem: So kann die Hallen-Saison gerne weitergeben.

So langsam kennt man uns: die Herren mit den gestreiften Clubjacken

P.S. Beim nächsten Mal denkt bitte jemand an eine ordentliche Camera, damit die Photos besser werden.

Am Rhein ist es tatsächlich schön – HCH gewinnt in Bonn

Es war der krönende Abschluß unserer Feldhockey-Saison 2011: Zwei Wochen nach dem munteren Turnier beim ASV München brachen wir in andere Richtung auf, nach Nordwesten, nach Bonn. Unsere beiden Mitstreiter Günther (früher H.T.C. Schwarz-Weiss Bonn) und Sven (früher Bonner THV) hatten ihre alten Kontakte aktiviert und so kam am 8. Oktober auf der Anlage des BTHV ein Spiel gegen „Janz Bonn” zustande, der Senioren-Spielgemeinschaft beider Bonner Clubs.

Die "Bonner Aufstellung" anno 2011

Am Donnerstag vor dem Spiel in Bonn hatten wir nach dem Training noch intensiv über die Aufstellung gerätselt. Es gab zwei Varianten, von denen wir uns am Schluß für die offensivere entschieden, die wir von jetzt an die „Bonner Aufstellung” nennen wollen (siehe Abbildung). Auch diese Aufstellung verhinderte nicht, daß es nach zwei Minuten 1:0 für Bonn stand, nachdem es dem Schiedsrichter gefallen hatte, einen Siebenmeter zu pfeifen. „Das fängt ja gut an”, wird der eine oder andere von uns gedacht haben. Das Blatt wendete sich aber alsbald zu unseren Gunsten. Erst gelang Peter (trotz noch nicht auskurierter Handverletzung) der Ausgleich, später erzielte Hennes (Rechtsaußen!) die Führung. Zwischendrin vergaben sowohl die Bonner wie auch wir einige 14-Meter-Bälle. In der zweiten Halbzeit schossen nur noch wir Tore: erneut Hennes, Christian (H.) und – mit der Bitte um besondere Würdigung – Katrin, die den Schlußpunkt zum 5:1-Sieg setzte.

Janz Bonn und die HCH-Senioren am 8. Oktober 2011 (bei uns fehlt Katrin, die etwas später kam)

Wir waren schon selbst ein bißchen überrascht über uns, aber wir haben eben doch ganz ordentlich gespielt. Sven, der die Sache von hinten beurteilte, meinte, es hätte richtig nach „Hockey” ausgesehen. Die dritte Halbzeit verbrachten wir dann im BTHV-Clubhaus, wo wir mit Janz Bonn das eine oder andere Pittermännchen leerten. Dazu gab es Flammkuchen und Pizza. Alles in allem eine runde Sache, für die wir uns bei unseren Gastgebern sehr herzlich bedanken. Wir hoffen auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr in Bad Homburg (wir kommen aber auch gerne wieder nach Bonn).

Für den HCH spielten: Katrin Pichlmüller, Christopher Schlebusch (unsere Düsseldorf-Neusser Außenstelle; herzlichen Dank, Christopher, für’s Mitmachen), Hennes Jednat, Christian Harder, Christian Libor, Peter Weigand, Tim Ordemann, Norbert Miguletz, Knut Schäfer, Manfred Wenzel, Günther Metzner, Sven Schreiber und Nicolai Hammersen.

Wir haben fertig – Wiesn-Turnier beim ASV München, 23. bis 25. September 2011

Rund 25 Mannschaften waren es in diesem Jahr, die dem Ruf des ASV zu seinem legendären Wiesn-Turnier gefolgt sind. Mit dabei natürlich – wie sollte es anders sein – die „beste Senioren-Mannschaft aus dem Taunus”. Durch verletzungsbedingte und sonstige Absagen leicht dezimiert, brachen am Freitag Bettina und Peter, Hennes, Christian (L.), Tim und Nicolai gen München auf. Dort erwartete uns bereits Kai, der es sich nicht hatte nehmen lassen, als alter ASVer (und HCHer) extra für das Turnier aus Portugal anzureisen. Im Biergarten unseres Unterföhringer Hotels gab es erst einmal einen Schweinsbraten mit Knödel und Kraut (auch das ist schon Tradition), damit wir wußten: ab jetzt ist Bayern. Beim ASV mußten wir das Bier dann schon etwas schneller trinken, weil der Bus nicht auf uns warten wollte.

Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln der bayerischen Landeshauptstadt stehen Teile unserer Mannschaft vielleicht nicht gleich auf Kriegsfuß, aber ihnen fehlt doch die rechte Orientierung. Nachdem im letzten Jahr auf der Rückfahrt von der Wiesn versprengte Teile irgendwo in Englschalking gelandet waren (was definitiv nicht in Richtung unserer Unterkunft liegt), stieg in diesem Jahr Christian auf der Hinfahrt gleich an der ersten U-Bahn-Haltestelle wieder aus. Irgendwie war er unsicher, ob wir wohl in der richtigen Bahn saßen – eine Unsicherheit, über die ihn die Tatsache hätte hinweghelfen können, daß wir anderen alle in selbiger Bahn verblieben. Später hatte aber auch Christian den Weg in Block C des Hofbräu-Zeltes gefunden.

Same procedure as every year: Peter, Hennes, Christian (L.), Tim und Nicolai "quälen" sich auf der Wiesn

Dort spielt sich alle Jahre wieder das Gleiche ab: Rund 8.000 Leute, davon 300 Hockeyspieler, finden es doch ganz lustig, die eine oder andere Maß zu trinken und ein halbes Wiesn-Hendl zu verdrücken. Wir wollen uns da gar nicht ausnehmen. Eigentlich wollten wir dieses Jahr wieder mal früher gehen. Tim wandte aber ein, wir hätten schließlich noch Bier-Marken, und die müßten doch irgendwie „weg”. Also blieben wir noch ein wenig.

Tim war es auch, der später den nachhaltigen Wunsch hatte, das Los Bandidos anzusteuern, wo alljährlich die After-Wiesn-Party des ASV steigt. Auf dem Weg dorthin kamen wir am allseits bekannten Wirtshaus im Schlachthof vorbei. Und dort saßen wir dann erst einmal, redeten über dies und das, wahrscheinlich auch

Hätte gerne auch mal mit Tim geredet: Sylvia Brécko

über Hockey und ähnlich wichtige Dinge. Es dauerte nicht lange, bis wir vom Nachbartisch angesprochen wurden, was es denn wohl mit unseren Jacken auf sich habe. Als wir antworteten, es handele sich um die Clubjacke einer Hockey-Mannschaft, entgegnete unsere Nachbarin, sie kenne Volker Fried. Was für ein Zufall! Mit dem hatte Hennes kürzlich beim European Masters Cup Tournament gegen die Tommies verloren. Sylvia Brécko, die Nachbarin, hatte gerade ihr Kabarett-Programm im „Schlachthof” dargeboten. Titel und Thema: „Liebling, wir müssen reden”. Gerne hätte sie auch mal mit Tim geredet, wie sie auf ihrer Karte handschriftlich hinterließ (siehe Abildung). Der war aber für einige kurze Momente nicht so gut ansprechbar, sondern – schlief. Nach dieser Erholungsphase stand dem Aufbrauch gen Los Bandidos nichts mehr wirklich im Wege.

Ausgerechnet Tim nahm an diesem Ausflug aber nicht mehr teil (wir erinnern uns: er war es, der dort unbedingt hin wollte), sondern überließ es Hennes, Christian und Nicolai, die „Banditen” aufzusuchen. Die zwei Erstgenannten kamen später auch gleich in ihr Hotelzimmer, bei Nicolai hat es etwas gedauert. Aus unerfindlichen Gründen war seine Chipkarte verloren gegangen, im Hotel kein Personal anwesend und sein Handy-Akku total am Ende. So konnte nicht einmal der rettende Anruf zu einem der Mitstreiter erfolgen, deren Zimmernummern unbekannt waren. Es folgten ein paar kurzweilige Stunden auf dem Hotelflur und in der Lobby. Gegen 06:10 Uhr tauchte dort eine Person auf, die zum Hotelpersonal gehörte, und als solche auch das Zimmer 233 öffnen konnte. Erlösung!

Die HCH-Wiesn-Truppe 2011: Tim Ulrich, Kai Wenzel, Nicolai Hammersen, Hennes Jednat, Christian Harder (hinten von links); Christian Libor, Cesar Romano, Andreas Bohn (vorne von links); es fehlen: Bettina und Peter Weigand

Zu unserem ersten Hockeyspiel am Samstag hatten sich inzwischen auch Christian (H.) und Andreas eingefunden, die beide am Freitag die Deutsche Bank vor dem Untergang bewahren mußten. Beflügelt von diesem Erfolg gab es gegen CUS Bologna einen 1:0-Sieg (Hennes meint, er sei zuletzt am Ball gewesen). Gegen Hellos Grill vom Mannheimer HC sahen wir in jeder Hinsicht alt aus und verloren 0:4 (die Meinungen gehen auseinander, ob die überhaupt mehr als einen in der Mannschaft hatten, der älter als 30 ist). Zum Abschluß des Tages dann – alle Jahre wieder – ein Spiel gegen die Bierkids, nach eigener Aussage die formidabelste Hockey-Reisemannschaft Bayerns. Ganz achtbar verloren wir 2:4 (Tim meint 2:3). Die Tore schoßen Andreas und Christian (H.), der einen Ableger von Hennes mit souveräner Gelassenheit unter die Latte setzte.

Der Turnierabend begann mit einer kleinen Irritation über unsere Plazierung in der Gruppen-Tabelle. Laut Turnierleitung standen wir auf dem zweiten Platz, was nach Lage der Dinge nicht sein konnte. Wegen es späteren Spieltermins am Sonntag – 13.00 Uhr statt 10.30 Uhr – hätten wir es gerne dabei belassen. Vor allem einem ließ das keine Ruhe: Christian (H.). Nichts ließ er unversucht, um erst die Turnierleitung auf den Pfad der Tugend zurückzuführen und dann den Jungspunden von Hellos Grill auch noch ein längeres Ausschlafen am Sonntagmorgen zu ermöglichen. Ergebnis: Wir mußten um 10.30 Uhr ran gegen ESV Dresden. Die Eisenbahner hatten sich ungefähr zur Hälfte mit Jungs vom Club Raffelberg aus Duisburg verstärkt. Das allein reicht aber nicht als Erklärung für unsere 1:2-Niederlage. Es war unser schlechtestes Spiel, fanden wir jedenfalls (Cesar war anderer Meinung).

Vor diesem Hockey-Abschluß lag noch die Turnierfete, die von uns Tim als Vorletzter und – wer wohl – Christian (H.) als Letzter verließen. Seinen gewohnt zuverlässigen Einsatz am Samstag abend bezahlte Christian am Sonntag mit einer gewissen Unleidlichkeit, was unsere Abfahrzeit betraf. Er wollte einfach nur noch weg. Diejenigen, die noch blieben, hatten wohl noch eine ganz gute Zeit:

Hielten die Stellung: Bettina und Peter Weigand, Hennes, Kai und Marc Hufenbecher

Schon mal für den Kalender: Das nächste Wiesn-Turnier findet vom 28. bis 30. September 2012 statt. Es sage also bitte keiner, er habe nicht rechtzeitig davon erfahren.