Eine Hommage an den Torwart

Gemeinhin gelten unter Hockeyspielern Torwarte ebenso wie Linksaußen als „Verrückte“, wobei ihre Verschrobenheit hier nicht klinisch oder psychologisch als Psychose, Neurose, Wahnsinn oder geistige Behinderung zu gelten hat, sondern als liebens- und schätzenswerte Absonderlichkeit. Sie stehen außerhalb der von der Hockey spielenden Gemeinschaft als „normal“ geltenden Norm.

Ist es das regelgerechte Ziel eines jeden Spielers, ob im Sturm oder in der Verteidigung, ob auf dem Feld oder in der Halle, nicht mit der Kugel in körperliche Berührung zu kommen, zumal dies neben Strafen meist auch Schmerzen nach sich ziehen kann, so ist dem Torwart die genau gegenläufige Bewegung zu eigen. Er bietet seinen Körper dem gegnerischen Hockeyspieler geradezu als Trefferfläche an. Selbst seine edelsten Körperteile wie das Haupt nutzt er, um das Einschlagen der Kugel in das Tornetz zu verhindern. Zwingt jeden anderen Spieler der natürliche Reflex (manchmal auch der Verstand), bei hohen Schlenzbällen auf das Tor seinen Kopf einzuziehen, den Körper wegzudrehen, streckt der Torwart das helmbewehrte Haupt, die gepanzerte Brust dem Ball entgegen – ungeachtet der menschlichen Natur, Schmerzen zu vermeiden. Allein ein Treffer auf das Suspensorium wird auch er, der Torwart, nicht klaglos hinnehmen.

Daher gilt es Männer wie Kay Urban, Urgestein des HC Bad Homburg, John-Philip Hammersen, genannt der „Schwarze Ritter von Nürnberg“, Stefan Tribull, den Träger der „Blauen Schienen“, Marc Hufenbecher, vulgo der „Audi“, oder auch Frauen wie Elke Zahn, die Frau mit der „Dreißig“, zu preisen, die getreu der Herbergerschen Devise „Spiele gewinnt man nur, wenn man hinten die Null hält“ (© mit freundlicher Genehmigung des DFB), unserer Mannschaft den notwendigen Rückhalt geben.

Da Torwarte eine sehr rare Spezies unter den Hockeyspielern sind, ist man häufig darauf angewiesen, sich einen von ihnen auszuleihen. Auch diesen Männern – beispielsweise Bernd Bornmann vom HC Kassel – und Frauen (!) sei gedankt. Es gibt tatsächlich auch einen weiblichen Gasttorwart, Patricia Schurhardt (ebenfalls HC Kassel), die es wagte, sich hinter unserer Verteidigung ins Tor zu stellen. „Respekt!“ würde „Bio“ Zahn, Ehemann von Elke, sagen.

Matthias Marsch

Eine Hommage (frz. homme, lat. homo, „Mensch“) ist ein öffentlicher Ehrenerweis gegenüber jemandem oder etwas, meist einer berühmten Person, der man sich verpflichtet fühlt oder die oder das man verehrt. Meist sind die Urheber einer Hommage auch selbst berühmt.

Ein Gedanke zu „Eine Hommage an den Torwart

  1. Hallo „Jungs“,
    eure HP ist klasse, ich habe sie gleich in die Favoriten aufgenommen.
    Übrigens die N.N. Torhüterin heißt Patricia Schurhardt.

    Macht weiter so!!!

    LG

    Bernd Bornmann

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