Was macht man, wenn man zwei Mannschaften aufstellen, sie nicht „1” und „2” nennen möchte – und seinen Hockeyplatz in der Nähe der Saalburg hat? Richtig: Man sucht nach römischen Namen. So entstanden zu unserem diesjährigen Hallen-Heimatturnier die HCH Legati und die HCH Tribuni. Welche Rolle die einen oder die anderen im römischen Militär gespielt haben, kann bei Interesse nachgelesen werden.
Legati und Tribuni traut vereint: Katrin Pichlmüller, Norbert Miguletz, Martin Sillich, Kay Urban, Manfred Wenzel, John-Philip „Vader“ Hammersen, Hockey-Legende Bio Zahn (stehend von links); Nicolai Hammersen, Sebastian Kopf, Tim Ulrich, Hinrich Krack, Hennes Jednat (vorne von links); es fehlt: Christian L. (mind.)
Hier die Spielergebnisse der HCH Legati:
vs. ORV 2:2 (2x Christian L.)
vs. SCIO/German Wanderers 3:2 (Manfred, Tim, Nicolai)
vs. Alzey 1:9 (Tim)
vs. HCH Tribuni 1:1 (Katrin)
Und hier die der HCH Tribuni:
vs. Alzey 3:10 (2x Hennes, Martin)
vs. SCIO/German Wanderers 4:2 (3x Hinrich!!, Hennes)
vs. HCH Legati 1:1 (Norbert)
vs. ORV 2:3 (2x Hennes)
Das kann sich sehen lassen – mit Ausnahme der Spiele gegen Alzey. Hier erwartet die Mannschaftsführung Besserung im kommenden Jahr.
Sollten wir mal – statt Hockey oder in Ergänzung dazu – nach einer anderen sportlichen Zerstreuung suchen: Wie wäre es mit „Eton Fives”?
Bei diesem Spiel geht es darum, einen Ball gegen eine Wand zu schlagen – allerdings ohne Schläger, nur mit der Hand. Es spielen immer zwei gegen zwei in einem dreiseitigen, nach hinten offenen Court. Entstanden ist das Spiel irgendwann im Mittelalter auf den Stufen der Kapelle des Eton College. Da es den Original-Court nur an einer Stelle gab, eben in Eton, hat man später damit begonnen, ihn nachzubauen – inklusive aller Details.
Der Original-Court in Eton
Ein nachgebauter Eton-Fives-Court
Wenn man sich die ungewöhnliche Konstruktion mit dem sogenannten „Buttress“ auf der linken Seite ansieht, kommt einem der Gedanke: Auf so etwas können wirklich nur Engländer kommen.
Der Sport hat aber doch einige Vorteile: Es ist zwar ein schnelles Spiel, man muß aber nicht zu weit laufen. Irgendwo im Abstand von drei bis fünf Metern ist sowieso eine Mauer. Auch braucht man an Ausrüstung so gut wie nichts: Ein paar Sportklamotten, Handschuhe und ein kleiner Ball reichen (unser Chief Garment Officer hat bereits einen Lieferanten identifiziert). Im übrigen ist der Court, einmal gebaut, äußerst pflegeleicht. Kein Rasenmähen, keine Bewässerung, nichts.
All das kommt uns doch durchaus entgegen. Wir könnten kleine Turniere veranstalten, immer zwei gegen zwei, während die übrigen Gin Tonic oder Pimm’s trinken. Und: Wir wären sicher die ersten, die in Deutschland Eton Fives spielen!
Von Bad Homburg nach Villingen braucht man mit dem Auto? Genau: zwei Stunden – zumindest wenn es Samstag früh ist, die Autobahnen leer sind und der Fahrer Günther Metzner heißt. Da diese Kombination am 12. Februar zusammenkam, waren wir vom Taunus so schnell im Schwarzwald, daß die Veranstalter in der Halle noch mit dem Aufbau beschäftigt waren.
Von dem Turnier beim HC Villingen hatten wir schon viel gehört, Bio und seine Mannen (oder Damen) sind dort seit langem Dauergast. Da bei uns das traditionelle Ahle-Wurscht-Turnier beim HC Kassel (wohl dauerhaft) ausgefallen ist, war Villingen ein willkommener Ersatz. Und wir können sagen: Nicht nur „Ersatz”, denn das Turnier hat richtig Spaß gemacht. Es hat nur einen kleinen Haken, steht es doch unter dem Motto „Hockey und Fasnet”. Beim Turnierabend sollte man sich also verkleiden. Wir sind zwar sicher keine Feier-, aber als Fasnachtsmuffel könnte man uns schon bezeichnen.
Die Lösung kam gleich auf zwei Wegen daher: Da war zum einen unsere Clubjacke, die wir natürlich immer dann, wenn es opportun erscheint, auch als „unsere Verkleidung” ausgeben können. Wie praktisch! Außerdem hatte Hennes mit strategischer Weitsicht einen Mannschaftssatz rote Nasen mitgebracht. Alles in allem: Wir waren gerettet. Auf den folgenden Bildern sieht man unseren Chief Garment Officer Christian (H.) beim Testen neuen Materials:
Die rote Nase haben wir jedenfalls in unsere Grundausstattung aufgenommen. Man kann ja nie wissen, wann der nächste Verkleidungszwang auf einen zukommt.
Verkleidung gelungen: Die HCH-Senioren mit Clubjacke und roter Nase
Hockey haben wir natürlich auch gespielt – und gar nicht mal so schlecht. Hier die Ergebnisse:
HCH vs. HC Villingen 1:0 (Knut, der einzige, der mal einen Neunmeter ins Tor bringt)
Zustandegebracht haben das …
… im Tor: Cesar Romano (vielen Dank für die Unterstützung, Cesar)
… in der Verteidigung: Knut Schäfer, Günther Metzner
… in der Mitte: Hennes Jednat (wer sonst)
… im Sturm: Hinrich Krack, Christian Harder, Nicolai Hammersen
Das Red-Nose-Team: Christian Harder, Nicolai Hammersen, Günther Metzner, Hennes Jednat, Hinrich Krack (hinten von links); Cesar Romano, Knut Schäfer (vorne)
Die Rückfahrt am Sonntag hat dann etwas länger gedauert, blieb mit 2 Stunden und 20 Minuten aber absolut im Rahmen. Im nächsten Jahr sind wir wohl wieder dabei. Jungs, paßt bis dahin auf Eure roten Nasen auf!
Gestern würdigte die F.A.Z. (Rhein-Main-Zeitung) den Sportlichen Leiter des HC Bad Homburg, Chris Faust. Zu recht, wie wir finden. Über den HCH heißt es: „Das ist ein Verein, der im Leistungshockey noch nie recht in Erscheinung getreten ist, aber derzeit erstaunliche 330 Kinder unter 16 Jahren in seinen Jugendteams hat.”
Über die Sache mit dem Leistungshockey wollen wir bis auf weiteres das Mäntelchen des Schweigens decken. Allerdings, lieber Alex Westhoff, wollen wir doch darauf aufmerksam machen, daß der HC Bad Homburg nicht nur mit erstaunlichen 330 Kindern in Erscheinung tritt (womit wir zu den zwanzig, dreißig Hockey-Clubs in Deutschland mit den meisten Kindern gehören dürften!), sondern auch mit der „besten Senioren-Mannschaft im Taunus” (siehe diese Webseite). Daß sie dort auch die einzige ist, erwähnen wir nur, um der Wahrheit die Ehre zu geben, nicht etwa um Wasser in den Wein zu schütten.
Unser assoziiertes Mitglied, Lord Vader, an dessen legendären Besuch in der HCH-Kantine wir uns noch mit Freude erinnern, ist mal wieder auf der Suche nach der Macht. Letztere stellt sich zu seiner eigenen Überraschung am Ende auch ein – wenngleich mit etwas Nachhilfe seiner wohlmeinenden Umgebung: