„Ultra Marathon“ – Hallenhockey-Heimat-Turnier in Bad Homburg am 15. Januar 2006

Der Turnierorganisator Manfred Wenzel der „Alten Herren“ des HCH, die sich seit grauer Vorzeit mit dem Signet „Schloßgeister“ schmücken, hatte in- und transpiriert von den Bildern und Nachrichten der Rally „Paris-Dakar“ und vom „Ironman“-Ultra-Triathlon auf Hawai einen Turnierplan aufgestellt, der die Grenzen der Hockey-spielerischen Leistungs- und Leidensfähigkeit der teilnehmenden Hockey-Senioren und Alten Herren aufzeigen sollte. Gleichzeitig wurden auch die drei Positionen Lage, Ausdauer sowie Kälte- und Hitzefestigkeit im „Auf der Bank sitzen“, „An der Theke rumdrücken“ und „Bier stemmen“ getestet (1). Bei sechs Mannschaften sollte jeder gegen jeden spielen, summa summarum 5x30min = 2h30min Nettospielzeit, dazu noch für uns „Alte Herren“ 4h10min Pause zwischen dem ersten und zweiten Spiel (Kältetest bei minus 8° Celsius Außentemperatur), dafür das dritte bis fünfte Spiel mit nur jeweils einer Spieldauer Pause (Hitzetest bei 37,8° Celsius Körpertemperatur). Das sind Bedingungen, die das Herz eines Ultras höher schlagen lassen.

Wer glaubte nun, diesen Anforderungen gewachsen zu sein?

  • Tor: Jopi Hammersen, Caesare NN (Argentinien)
  • Verteidigung: Matthias Marsch, Wilhelm Rousselet, Manfred Wenzel
  • Mittelfeld: Nicolai Hammersen, Hennes Jednat, Sigi Würtemberger
  • Angriff: Hini Krack, HaJo Radny, BiO Zahn

Aufgewiegelt von einigen Rädelsführern, an der Spitze unsere Hamburger Freibeuter und Vitalienbrüder Jopi und Nicolai, schlug die Mannschaft zurück! Erstens wurde das letzte Spiel der HCH „Schloßgeister“ versus SG Wanderers von 17 auf 12 Uhr mittags – „High Noon“ – verlegt (2) und zweitens dann später noch die Spielzeit auf 25 Minuten verkürzt.

Es gab massig Tore, jubelnde und Becker sägende Torschützen, „Mea culpa, mea maxima culpa“ hadernde Verteidiger und sich an die Brust schlagende Torwarte, pfeifende Schiris und meckernde Verpfiffene, unschuldige Täter und theatralisch schwalbende Opfer. Es gab HCH-Spieler wie HaJo, denen das Programm immer noch zu lasch war, die den ultimativen Kick auch in anderen Mannschaften suchten und dort ihre Tore schossen. Es gab also alles, was das Herz der überwiegend weiblichen Zuschauer (siehe PPS) noch höher schlagen ließ.

Aber es gibt keine Aufzeichnungen darüber, wer, in welchem Spiel, in der wievielten Spielminute, auf welche Weise ein Tor geschossen hat. Es gibt keine offiziellen Ton-, Bild- oder sonstige Aufzeichnungen davon, keiner von der Turnierleitung hat sie notiert, keiner ein Pressekommunique herausgegeben (3). Sie sind dem Vergessen anheim gegeben. Aber wer sollte sich schon für ihre Namen interessieren, doch nur sie selbst oder ihre allernächste Entourage? Denen, die sich verewigt wissen wollen, sei gesagt: Sic transit gloria mundi.

Aber halt, der Autor erinnert sich: An das Spiel gegen die „Rebläuse“ vom TV 1846 aus Alzey, oder irgendwie so etwas mit „Wein“, eigentlich kein allzu wichtiges Spiel. Es ging nur noch um Platz, nicht um Sieg – den hatte die „Young Stars“ vom WTHC aus Wiesbaden mit 10:0 Punkten und 32:10 Toren längst in der Tasche. Aber bei Alzey spielte Knut Schaefer, das Homburger Urgestein, der Hockey-Mentor des Autors, versus Hennes Jednat, den Stern des SC 1880, den HCH-Hockey-Apollo mit den geflügelten Fersen, den Torgewaltigen. Aber auch Götter werden schwach, keinen 9m Strafstoss konnte er verwandeln. Das mußten Spieler aus der Abwehr wie der Doktor oder der Autor übernehmen. Ihm gelang hier sein erstes und gleichzeitig letztes und folglich einziges Tor im Ultra-Turnier. Andere waren erfolgreicher: Nicolai und Hennes (wer sonst?) waren die Ultra-Torschützen (4), Hini knipste auf Vorlage von den beiden, Manni und Wilhelm versenkten vom Neuner, Bio stand nur das Aus oder der Pfosten im Weg, Nicolai traf aus unmöglichem Winkel, sein Bruder Jopi war den Strapazen nicht gewachsen und wurde nach dem zweiten Spiel von Caesare Borgia (?) ersetzt (5), Sigi Du? Er fegte die rechte Außenbahn frei.

Für diejenigen Statistiker, die es nun wirklich genau wissen wollen, sind hier die Ergebnisse:

  • HCH — TV 1846 Alzey 5:5
  • HCH — HC Kassel 5:5
  • HCH — WTHC Wiesbaden 2:7
  • HCH — ORV Offenbach 6:3
  • HCH — SG Wanderers 3:0

Das macht dann 6:4 Punkte, 21:20 Tore und die Bronze Medaille! Silber ging an die Alzeyer „Rebläuse“.

Matthias Marsch

PS: Wirklich gefreut haben wir uns über den „Ex“ und die ganz „alten“ Alten Herren unter den Zuschauern, wie Adi Harz, Heinz Dähn, Jochen Dau, Dieter Fuchs (ehemaliger Torwart) mit Gemahlin, Erwin Trost.

PPS: Danke an Ingrid Beyer, Dagmar Friedrich-Tietz (Happy Birthday to You!), Christa Herzberger, Elke Zahn für die Bewirtung und fürs Zuschauen!

PPPS: Danke an Jürgen Beyer für die Turnierleitung!

  1. Auf den Spitzen-Kalibern Schweizer und Sächsischer Uhrenmanufakturen AP, JlC, IWC, Patek Philippe, Glashütte, Lange wird dazu angegeben: 32 Jewels – Adjusted five Positions – Cold and Heat.
  2. Der Autor hat dieses Spiel im Sinne des Wortes verschlafen, da er Störtebekers kopfloses Schicksal vor Augen nicht an den Sieg der Meuterei geglaubt und sich nach den Strapazen des ersten Spiels zu Hause noch mal aufs Ohr gelegt hatte.
  3. Der Lektor dieses Artikels, Adi Harz, merkte an, dass es einen offiziellen Spielberichtsbogen gäbe. Der Autor erwiderte, dass ihm dieser vorläge, er aber nur die o.g. Gesamtergebnisse enthielte: => Keine Korrektur!
  4. Exakte Zahlen sind nicht bekannt, Nicolai beansprucht 5 der 21 Tore.
  5. Um der Wahrheit die Ehre zu geben, er hat den Kältetest in seiner Torwart-Rüstung erwartungsgemäß bestanden, aber er hatte familiäre Verpflichtungen.

„125. Anniversary-Jubiläums“-Senioren-Mixed-Turnier bei SC Frankfurt 1880 am 25./26. Juni 2005

OPERATION GOLD – IV. Teil

„Das Remake 2005”

Zwei Jahre ist es nun schon wieder her, als das letzte Turnier der Krähen vom Hockey-Club Rot Weiß in München über die Bühne ging. Heuer veranstaltete nun der SC 1880 Frankfurt auf seinem Clubgelände am Dornbusch zu seinem 125-jährigen Jubiläum nach dem gleichen Modus das Remake mit den gleichen Mannschaften, die auch in München ins Rennen gingen. Der Regisseur des HCH – Dr. W. Rousselet – setzte auf die gleichen Hauptdarsteller, die schon in München das Publikum begeistert hatten. Bei der Besetzung der weiblichen Rollen mußte allerdings bedingt durch Absagen auf Damen aus dem Fundus der anwesenden Mannschaften zurückgegriffen werden. Aber auch damit kam unser Star-Ensemble glänzend zurecht und mit vier Siegen und einer Niederlage

gehörten der Pott (imaginär) und der Champagner (1) uns!

Da der Autor wegen wichtiger Angelegenheiten (er traf sich mit den Mitgliedern des „German BSA (2) Owners Club“ in den Hesse Midlands bei Marburg, um seine uralte 500 Einzylinder Starr-Rahmen BSA M 33 Baujahr 1949 auszufahren.) am Samstag verhindert war, kann er das Geschehen dieses Tages nur aus zweiter Hand wiedergeben. Aus den verschieden Versionen – mal kam der Ball flach mal halbhoch aufs Tor – entpuppte sich als Grund der einzigen Niederlage ein Grasbüschel des Naturrasenplatzes, der den Ball unhaltbar für unseren Torwart mal hoch, flach, rechts oder links ins Tor ablenkte.

Am Sonntag dann kam es zur Auseinandersetzung mit Z 88 (Berlin gegen Berlin (3)), die mit 3:0 den Kürzeren zogen. Zwei Damentore brachten die notwendigen Zusatzpunkte, die ein Spitzen-Team auszeichnen. Danach wurden auch noch die Mannheimer „Schleusenwärter“ mit 3:1 und ebenfalls zwei Damentoren geflutet. Das war der Gesamt-Sieg!

Defilee der glorreichen Spieler auf dem Roten Teppich:

  • Tor: Oliver Woyda
  • Verteidigung: Didi Biskup, Matthias Marsch, Conny Rahmer, Kai Wenzel
  • Mittelfeld: Holger Beck, Silke Becker, Guido Werner, Henning von Wolff
  • Angriff: Thomas Bischoff, Hans-Günther Jednat, Anja Kéthe
  • Coach: Wilhelm Rousselet

Matthias Marsch

PS: Das Essen bei Gennaro im Club soll Spitze gewesen sein!

  1. Apfelschaumwein von Jörg Stier aus Maintal.
  2. Birmingham Small Arms – zu seiner Zeit der Welt größter Hersteller von Motorrädern.
  3. Unsere Ex-HCH-Berliner gegen Zehlendorfer Berliner.

SUPERGIL 50th Anniversari – Torneo Internazionale Hockey Indoor, Villafranca/Italia 9./10. Marzo 2002

Si ricorda?

Vor vier Jahren berichtete Ihnen der Autor über das 3. Torneo Internazionale Faccioli Nereo, Pasqua MIIM, als Schnee und Regen die Provincia Venetia heimsuchten, und die beste aller Ehefrauen anmerkte, warum denn in die Ferne schweifen, um gegen OF und N in Italien zu spielen.

Tempora mutantur et nos mutamur in illis

Es wurde alles anders, das Wetter, die Mannschaften, einfach alles. Gilberto, unser Veronese im Team des GHT, hatte zu seinem 50. Compleanno seine Freunde zu einem Turnier A eingeladen. Außer unserem Global-Hockey-Team mit den HCHlern Elke und Bio Zahn, Andreas Harz, Matthias Marsch, Wilhelm Rousselet, waren aus Germania nur Rosenheim und Deubumi anwesend. Die anderen Mannschaften in unseren Gruppen kamen zum torneo maschile aus Villafranca, Brescia und Bologna, zum torneo femminile aus Villafranca, Padova und Roma.

Gloria victoria

Abgesehen vom Spiel gegen Gastgeber Villafranca, das mit 0:3 verloren ging, konnte die squadra maschile des GHT ihre Gruppenspiele mit 2:1 gegen Brescia und 8:4 gegen Bologna gewinnen. Die squadra femminile war noch erfolgreicher, gewann gegen Villafranca und Roma jeweils 2:1 (das Ergebnis gegen Padova ist leider nicht überliefert). Aber unsere beiden Mannschaften kamen über Siege im Halbfinale (jeweils gegen Deubumi) in das Finale gegen die Damen und Herren aus Villafranca. Hier waren die giocatrici des GHT erfolgreicher als die giocatori. La portiera Elke Zahn konnte im 9m calcio di punizione den Sieg festhalten, wohingegen die Männer mit 3:4 unterlagen. Zum Trost durfte Andreas Harz die coppa d‘oro als bester marcatore mitnehmen. Sein gol von rechts außen war auch wirklich grandioso!

Gilberto vivat, crescat, floreat!

Hätte Gilberto eine Toga getragen und einen Lorbeerkranz auf seine Tonsur gelegt, er wäre das lebende Abbild eines römischen Senators, nicht wie Cäsar, eher wie Pompeius Crassus. Und er genoß das Bad in der Menge seiner zumeist weiblichen Gratulanten! Das Geburtstagsfest dauerte drei Tage. Es begann am Freitagabend mit selbst gemachten Antipasti im Clubhaus von Vallegio sul Mincio, setzte sich fort am Samstag in der Pizzeria Mix in Villafranca di Verona und endete am Sonntag mit hausgemachten Pasta mista in der Trattoria La Kantona in Mezzocane. Dazu floß der Wein aus der Region Venetien in Strömen aus den strohumflochtenen 100 Liter Glasballonen und Bruno, unser Torwart, verkostete seinen selbstgebrannten Grappa (nichts für zart besaitete Kehlen).

Gaudeamus igitur juvenes dum sumus

La Via sul Alpi wurde gesäumt von einem Besuch Veronas mit seinem Anfiteatro und einer Weinprobe auf dem Gut des Conte Serego Alighieri, einem direkten Nachfahren Dantes. Der Lago di Garda war einsam und menschenleer, keine Touristen, und in Meran erwachte so langsam der Frühling. Bella Italia!

Matthias Marsch

P.S.: lm Cafe al Teatro in Verona servieren noch immer die Zwillingsmaiden einen eccellente cappuchino mit eingeschäumten Herzen, Blüten, Ginko- oder Eichenblättern. Aber auch das weibliche Auge kann sich erfreuen, ein Cameriere, jung, schlank, groß gewachsen, feingliedrige Hände, schwarze kurze Locken, ein klassisch römisches Gesicht und stahlblaue Augen unter seidigen Wimpern, kurz: Ein Apoll von Veronese oder ein früher Alain Delon.

20. Internationales Hallenhockey-Turnier beim 1. Hanauer THC, 11./12. Nov. 2000

Vergessen Sie Golf, Polo, Power-Boat-Offshore-Racing und erst recht die Formel 1! Hockey ist die exklusivste Sportart des Universums. Zumindest galt dies für das 20. Hallenhockey-Jubiläums-Turnier des 1. Hanauer THC. Oder kennen Sie ein Sportereignis, bei dem sich Mannschaften aus ganz Europa um einen Platz im Teilnehmerfeld reißen, um dann an einem Tag, noch dazu einem Sonntag, ein einziges Spiel mit ganzen zehn Minuten (brutto) zu spielen?

22 (!) Mannschaften trafen sich in Hanau zum 20. Hallenturnier, darunter so bekannte Namen wie UHC Hamburg „Feldlerchen“, Hannover „Rennmäuse“, HG Nürnberg „Deubumi“ bei den Seniorinnen und Villafranca, SV Hellas Nauen, All Stars „Die Looser“ (nomem est omen), HC Olten und natürlich die Global Hockey Travellers mit einer Veteranen- und einer Seniorinnen-Mannschaft. Die Team-Manager Elke und „Bio“ Zahn hatten wieder eine ganz exklusive Mannschaft berufen:

  • Dagmar Friedrich-Tietz, Elke Zahn (HC Bad Homburg), die „Sister Acts“ Jutta und Sabine (Fürth) sowie Anneliese und Hermine (Frankental) – Bitte? Wie die Williams Sisters Venus und Serena? Besser! – und Conny, Hanne, Ricki (Fürth)
  • Heinz Dahn, Andreas Harz (passiv HCH), Hennes Jednat, Friedrich Korf (ex HCH), Hinrich Krack, Matthias Marsch, Hajo Radny, Wilhelm Rousselet, Kay Urban, Rolf Zahn (alle HC Bad Homburg)

Sie fragen sich, ist das der? Sie lesen richtig, genau der ist das! Spielt der wieder? Ja, der spielt wieder links! Und jeder intime Kenner des HCH-Veteranen-Hockey weiß, wer der ist.

Wegen der großen Anzahl von Mannschaften, war die Spielzeit der Gruppenspiele in der Vorrunde am Samstag schon auf 15 Minuten limitiert. Dennoch gab es viele torreiche Begegnungen.

Und es war Hansis Tag!

Pardon! Hans Günter Jednats Tag, heute bekannt unter dem Pseudonym „Hennes“. Allerdings wird er seinen Namen aus Kindertagen bei all denen nicht los, die schon an seiner Windel gerochen haben. Es war schon beeindruckend, wie er, getragen von einer hervorragend aufspielenden Mannschaft, ein ums andere Mal den gegnerischen Torwart überlistete: Nach einem Solo an der linken Bande ein Backhand-Heber vom Feinsten über den herausstürmenden Goalie, ein, im Handball würde man sagen, Seitfallwurf aus spitzem, rechten Winkel am Torwart vorbei.

Aber auch die anderen Torschützen sollen nicht vergessen sein: Heinz und Bio aus linker Position nach gelungenen Kombinationen aus der Abwehr und dem Mittelfeld, Andreas und Wilhelm als Strafstoß-Schützen. Hajo wäre auch beinahe ein Tor gelungen, aber es fehlten ihm einige Zentimeterchen zur Anerkennung (außerhalb des Schußkreises), wie er durch Spreizen von Daumen und Zeigefinger andeutete (lernt er jetzt schon bei Hinrich das Anglerlatein?). Außerdem es war die verkehrte Mannschaft, nämlich die „Looser“, bei der er spielte. Und was ist über die Abwehr zu sagen? Sie hielt dicht, zumindest so dicht, daß wir nach zwei Siegen und einer Niederlage am Sonntag im „Kleinen Endspiel“ mit den besagten zehn Spielminuten um den 3. Platz standen und gegen HC Olten aus der Schweiz mit 3:1 gewannen. Leider ging das erste Spiel gegen Villafranca, den späteren Turniersieger mit 1:2 verloren, dafür gewannen wir gegen Hellas mit 4:3 und gegen die All Stars mit 5:2 Toren.

Leider lief es bei den Mädels (sorry, Seniorinnen!) nicht so gut. Gegen „Deubumi“ (Kürzel für „Deutschlands bunte Mischung“) hielt sich die Niederlage mit 0:1 noch in Grenzen, gegen die „Rennmäuse“ steigerten sie sich zum 0:3, um sich dann von den „Feldlerchen“ ein 1:6 einzwitschern zu lassen. Das bedeutete dann die „Goldene Zitrone“! An der Torwartin kann es nicht gelegen haben, denn Elke ist mit den Jahren jünger geworden, nicht mehr Mitte Dreißig, nein genau 30, wie ihr Trikot von Jucca Tammi auswies.

Was gab es sonst noch? Christa Herzberger beobachtete im Auftrag des Deutschen Hockey Bundes die Spiele. Am Samstag und Sonntag, den klassischen Familienvatertagen, wuselten die Jednatschen und Tietzschen Bengel durch die Halle. Und über die Festivitäten wird vielleicht der „Bio“ noch berichten.

Das war’s von Matthias Marsch

P.S.: Beinahe mußte im Veteranen-Training die Halle wegen Überfüllung geschlossen werden (eine Damen- und zwei Herrenmannschaften à fünf Spieler plus Auswechselspieler).

The LMHA 50th Anniversary „Golden Festival“, Loughborough University, 5th/6th September 1998

Mitte Juli richteten die Team-Manager der Global Hockey Travellers, Elke und „Bio“ Zahn, eine Eilanfrage an die Alten Herren des HC Bad Homburg, wer Interesse daran hätte, einer Einladung von Cathy Tate zum „Golden Festival“ der Leicestershire Mixed Hockey Association nach England zu folgen. Cathy Tate ist die „secretary of team“ der „Bedouins“ und Mitorganisatorin des Celebration Festivals, die mit einigen Mitspielern der LMHA schon in unserer Mannschaft beim Krähen-Turnier in München gespielt hat. Lust hatten viele, Zeit schon weniger und so flog dann eine kleine Truppe von German/Innen über den Ärmelkanal nach Birmingham, um gegen die Normannen, Angeln und Sachsen zu kämpfen.

Nach und nach trafen am Donnerstag (in der Reihenfolge ihres Auftretens) Elke und „Bio“ Zahn, Jutta und Sabine aus Fürth, Heinz Dehn und Matthias Marsch, Dagmar und Emilia KD (Köln-Düsseldorfer) sowie als letzter Rienus aus Holland in Cathys und Pauls Whateley Farmhouse in Staffordshire ein. Bei herrlichem Spätsommerwetter tranken wir im Garten unsere erste Tasse Tee; Ferdy, der Hahn, gesellte sich zu uns und pickte die Krümel auf, und hinter dem Stall schnatterte eine Herde Gänse. Die Gebäude von Whateley Farmhouse stammen aus dem 16. Jahrhundert, die Deckenbalken von Schiffen der geschlagenen spanischen Armada, die gerade von unseren Gastgebern liebevoll restauriert werden.

Am Freitagmorgen begleiteten wir Cathy zu ihrem Hospital in Dudley, um das gegenüberliegende „Dark County Museum“ zu besichtigen. Dieses „Living Museum“ ist so eine Art „Hessenpark“, allerdings mit den für das englische Kohlenrevier typischen Industriebauten. Neben den vielen kleinen Backsteinhäusern und –geschäften, in denen die „Bewohner“ in typischen Kleidern des beginnenden Industriezeitalters den Besuchern Dinge des damaligen Lebens demonstrierten, gab es auch ein Kohlebergwerk zu besichtigen. Hier konnte man die Lebens- und Arbeitsbedingungen der englischen Coalminer des vorletzten Jahrhunderts hautnah erleben.

Campus der Loughborough University

Am Abend zogen wir dann um auf den Campus der Loughborough University, eine in England sehr bekannte Sport-Universität (Sebastian Coe, der 800-m-Läufer, trainiert hier) in das Studentenwohnheim, wo dann auch Anja Miguel und Andreas Harz zu uns stießen. Erinnerungen an meine Studentenzeit in Darmstadt und Berlin wurden wach, 8 m2 Fläche, ein Bett, ein Einbauschrank und ein Schreibtisch sowie eine Dusche und Toilette für acht Wohneinheiten im Treppenhaus.

„You know how to skittle?“ Diese Frage unseres Gastgebers beim gemütlichen „Get together“ musste mit einem eindeutigen „No, Sir!“ beantwortet werden. Skittle ist die keltische Variante unseres Kegelns. Nur dass hier die Kegel-„Pins“ mindestens doppelt so groß sind, zum Werfen statt einer Kugel ein hölzernes Rugby-Ei benutzt wird, und dieses Stück Baumstamm muss auch noch einmal auf dem Boden aufspringen, bevor es einen Pin treffen darf. Als der Autor beim Probewerfen im ersten Wurf gleich vier Pins und im zweiten dreiPins abräumte, wurde er als bester Ausländer und pick number 2 von „Big John“ gedraftet. (Fragen Sie Ihren Nachwuchs, der kennt sicher die Regeln der NBA). Pünktlich um 10.45 pm wurde zur „last order“ geläutet und danach das letzte Pint Lager, Bitter oder Ale geleert.

Der Samstag und erste Spieltag brachte uns endlich das, was wir bisher in England nach unserem Sommer so schmerzlich vermisst hatten: Regen! But the games must go on. Das Motto der Spiele lautete: Six per Sex per day.

Damit war nicht die Umsetzung von Martin Luthers Maxime „In der Woche zwier schadet weder ihm noch ihr!“ in das Viagra-Zeitalter gemeint, sondern die Zahl der matches per day. Jede Mannschaft spielte in drei „competitions“, nämlich

  • Mixed 11-a-side (5 men, 5 ladies, Goalie either sex)
  • Ladies 7-a-side (Goalie can be either sex)
  • Men´s (Blokes) 7-a-side (Goalie can be either sex)

Das Festival Summary gibt dazu noch folgendes an: “For each competition there will probably be around 3 matches per day (so 6 per sex per day)”. Bei einer Spielzeit von 25 min für 7-a-side und 35 min für 11-a-side ergibt das insgesamt 180 min gleich drei Stunden pro Tag. Das war wahrlich kein Zuckerschlecken! Als wir auf Pitch 6, einem traumhaften Kricket-Rasenplatz, zu unserem ersten Blokes 7-a-side Match gegen Leicester antragen, lernten wir noch eine weitere der „match rules” kenn, Zitat: „For new players – yes, it is played on the full pitch.“ „Hand aufs Herz, haben Sie schon einmal auf dem großen Feld mit sechs Feldspielern gegen Mittdreißiger 25 min lang gespielt?“

Ehrlicherweise müssen wir gestehen, dass wir immer etwas „late” auf dem Platz waren und auch die Begrüßungszeremonie mit der Übergabe einer Flasche Bocksbeutel (What´s that?) ausdehnten. Nur unserem ausgeliehenen englischen Goalie – männlich, Mitte zwanzig, 1,90 m und regenfest – hatten wir es zu verdanken, dass wir kein Debakel erlitten, sondern nur 3:0 verloren. Unser Standard-Goalie Elke Zahn – weiblich, Mitte dreißig (Damen ihres Alters sind immer Mitte dreißig), 1,60 m und auch regenfest – hatte sich geweigert, bei den Men´s matches (goalies either sex hin oder her) ins Tor zu gehen, als sie mitbekam, wie die englischen Jungs beim Torschuss abziehen. Mit neuer Taktik –weniger laufen und mehr zuspielen – haben wir dann die Herren-Spiele gegen Market Harborough, Hermitage, Aardvarks und Druck mehr oder weniger erfolgreich gestalten können. Die Ladies 7-a-side hatten leider Pech, dass es zu ihren Spielen am Samstag ganz besonders stark regnete. Daher fehlen dem Chronisten die Ergebnisse. Er zog sich nämlich, so oft es möglich war, ab 11.00 am in Herbie´s Bar at the Students Union Building zurück (nicht nur er!).

Global Hockey Travellers 1998 in Leicestershire

Die Mixed 11-a-side matches waren die Höhepunkte des Festivals. Mit Unterstützung unserer englischen Freunde, Cathy, Jann und Pete konnten wir mit den anderen Mannschaften aus Loughborough, Stoke Golding, West Park, Syston usw. nicht nur gut mithalten, sondern auch das eine oder andere Spiel gewinnen. Ein Spiel, nämlich das letzte gegen unsere Gastgeber, die „Bedouins“, ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Es begann damit, dass sich die Mannschaften in keltischer Schlachtordnung als wilder Haufen im Tor versammelten, mit den Stöcken auf den Alupfosten einen Höllenlärm machten und ein Goalie-Wettrennen zum Anstoßpunkt startete. Als der Umpire das Handicap unseres Goalie Elke – ihre Beinlänge – bemerkte, kickte er die Kugel in ihre Richtung und verschaffte ihr so den kleinen Vorteil, der zum Sieg reichte. Und es endete damit, dass wir als beste, weil einzige, ausländische Mannschaft von Colin Roberts, General Secretary LMHA, ausgezeichnet wurden. Der Captain des GHt-Teams, „Bio“, und der ad hoc ernannte team-secretary, Andreas Harz, dankten in einer wohlgesetzten Rede, die auch dem Speaker im House of Lords gut angestanden hätte.

Zum Schluss möchte ich noch einmal aus den „Festival Rules“ zitieren:

The overall team score will be added to or deducted from with factors such as „sportsmanship“, „co-operation“, „willingness to provide umpires“ and any other „whatever we feel like on the day” factors. Although this may annoy some purists, this is a festival, not a serious competition.

Matthias Marsch

P.S.: Es gäbe noch so vieles zu berichten, über das gute Essen (in England?) beim Inder (ach so, deshalb!), über die Lagers, Bitters and Ales, über die Highland-, Lowland- and Islay-Single-Malt-Whiskies, über die Castles and Towers, über die Dungeons and Dragons and, and, and …! Das alles könnt Ihr live erleben – jeden Donnerstag im oder nach dem Training der AH!