Statt eines Turnierberichts: Brief von „down under“

Aufmerksamen Lesern dieser Webseite ist es sicher aufgefallen: Wir haben zu unserem Feldturnier Anfang August vergangenen Jahres in Bad Homburg bisher keinen Bericht veröffentlicht. Das ist natürlich unverzeihlich. Nicht zum

Das kann nur eine sein…

mindesten liegt das daran, daß keine Aufzeichnungen über die Spielergebnisse vorliegen. Nun, man hätte natürlich auch einige launige Betrachtungen über das denkwürdige Gewitter anstellen können, das, kaum war der allerletzte Schlußpfiff ertönt, die Terasse in ein Planschbecken verwandelte und die Zelte (geliehen!) in beklagenswerter Weise deformierte. All das haben wir unterlassen – und geloben feierlich Besserung.

Als mindestens gleichwertiger Ersatz folgt hier ein Brief von Günter (Schnulli), HCH-Ableger in Australien, den er uns mit der Bitte um Veröffentlichung auf unserer Seite zugeschickt hat.

Liebe Senioren und Ex-Seniorinnen des HCH,

auch wenn ich vor 22 Jahren nach Australien ausgewandert bin, konnte der Kontakt zu einigen von Euch aufrechterhalten bzw. richtig gepflegt werden. Hierzu moechte ich die Namen Bio, Manni und Heinzi erwaehnen. Ich bekam daher richtig warme Gefuehle, als ich am 6.  August 2011 in Bad Homburg war und nach so vielen Jahren nochmals ein paar Spiele mit den Homburger Senioren bestreiten konnte. Daher mein aufrichtes Dankeschoen dafuer, dass Ihr mich in der Box habt spielen lassen und das Gefuehl vermitteltet, irgendwie gehoere ich noch zum Club. Thanks mates.

Schreibt aus Australien: Günter (Schnulli) Stevanovic

Aber nicht nur dieses Erlebnis war berauschend, das Wiedersehen von frueheren Mannschaftskameraden stand diesem Gefuehl in keiner Weise nach. 22 Jahre koennen eine lange Zeit sein, zumal wir alle wissen, dass Zeit auch veraendern kann; das gilt natuerlich auch fuer physische Veraenderungen – wir sind alle aelter geworden und haben dadurch auch unser Aussehen (?!?!?) veraendert. Ich bedaure es daher sehr, dass ich unseren ehemaligen Mannschaftsfuehrer (Jochen Dau) nicht auf Anhieb wiedererkannte – I am sorry mate. Bei den anderen Kameraden hatte ich keine Probleme; hatten sich auch nicht viel veraendert. Gegen ein bisken mehr Fuelle und auch staerker ausgepraegte Falten kann wohl keiner etwas machen; wir werden alle aelter, das gleiche gilt auch fuer mich.

Ich freue mich daher sehr, dass ich noch von ehemaligen Recken erkannt und akzeptiert werde; das gilt insbesondere fuer folgende Herren:
Bio Zahn, Manni Wenzel, Heinzi, Erwin Trost, Siggi Hermanowski, Juergen Beyer, Peter Weigand, Gummiknie. Sollte ich welche vergessen haben, die auch am Samstag beim HCH waren, tut mir dieses sehr leid; bitte melden. Aber auch ich bin aelter geworden und kann daher keine Garantie mehr geben, dass mich mein Gedaechnes immer up to date haelt.

Alte Kameraden: Schnulli und Manfred

Was ich an dem Turniersamstag besonders freudig empfand, war das Wiedersehen mit unseren Ladies aus dem weiblichen Kader. Auch wenn diese nicht mehr 30 sind, haben sie aber eines nicht verloren, die Attraktivitaet von weiblichen Hockeyspielerinnen – Ladies ich war sehr beeindruckt. Ich habe mit besonderer Freude das Wiedersehen erlebt und danke Euch dafuer, dass Ihr mich nicht vergessen habt. Es war wirklich toll, Euch nach so vielen Jahren als die gleichen wie damals wiederzusehen. Dankeschoen fuer den Empfang, Ihr seid alle terrific girls: Elke Zahn, Ingrid Beyer, Bettina Weigand, Forelle (Christa), Jutta, Evelyn, Irene, Hanne Wenzel. Auch hier gilt – I am sorry, sollte ich eine vergessen haben. Aber wie Ihr wisst, ist die Alzheimer-Familie eine sehr grosse. Vielleicht gehoere ich ja auch dazu und habe es bisher nur noch nicht erkannt.

Auch wenn ich jetzt viele Namen aus unserer gemeinsamen Vergangenheit zu Papier brachte, soll das aber noch lange nicht heissen, dass Homburger Senioren-Hockeygeschichte nur von diesen gepraegt wurde. Leider – die Zeit war einfach zu kurz – habe ich mir nicht alle Namen merken koennen. I am sorry mates (schliesst uebrigens Eure weiblichen Teilnehmer mit ein), es sind nur die folgenden Namen in meinem Gedaechnis haften geblieben: Hennes, Nico, Sven, Hinrich, Matthias (ich hoffe es geht ihm wieder besser), Christian, Knut, Tim, Andreas und Katrin.

Senioren des Hockey-Club Bad Homburg, August 2011
Gruppenbild mit Damen – HCH-Senioren im August 2011: Nicolai Hammersen, Andreas Bohn, Günther Metzner, Martin Sillich, Knut Schäfer, Hinrich Krack, Hennes Jednat (hinten von links); Petra Schäkel, Katrin Pichlmüller, Günter Stevanovic, Tim Ulrich, Christian Harder, Bernd Schmidt (vorne von links)

Da meine Frau Eva und ich in 2013, eventuell auch in 2015 nach Germanien kommen wollen, hoffe ich/wir auf ein weiteres Wiedersehen. Feiert Euren Neujahrsempfang im Clubheim und vermittelt Eurem Vorstand, dass seine Praesenz beim Turnier am 6. August 2011 dem Geist des Hockeyvereins mit Sicherheit gut getan haette.

Meine Frau und ich bedanken uns fuer Eure Gastfreundschaft und hoffen auf ein Wiedersehen im naechsten Jahr.

Cheers and take care,
Guenter und Eva

Immer wieder schön…

„Das erste Turnier der Neuzeit“ – Sommer-Heimatturnier am 14. August 2010 in Bad Homburg

In nebelumwölkter, grauer Vorzeit, als Drachen noch die Erde bevölkerten und Burgfräulein raubten, um dann von edlen Rittern erschlagen zu werden, soll es in Homburg vor der Höhe noch Recken gegeben haben, die mit Hockeyschlägern auf heimatlichem Felde Turniere austrugen. So erzählen es wenigstens die Alten und holen aus ihren Schatullen die verstaubten Plaketten und Pokale, die sie errungen haben.

Ein Fähnlein (1) aufrechter Hockeyleut unter Führung eines in Ehren ergrauten Alten machte sich auf den Weg, die verlorene Tradition zu beleben. Es erging ein

Immerhin eine Erwähnung wert: Taunus-Zeitung vom 14. August 2010

Ruf in die Hockeywelt und siehe da, vier weitere Fähnlein aus Idar-Oberstein, Kassel, Offenbach am Main und die German Wanderers trafen sich zum Streite unter der Saalburg auf der Walstatt (2). Da die Zahl der Homburger Söldner die Stärke eines Fähnleins zu übersteigen drohte, bildeten die Herolde Christian (H.) und Nicolai ihrer zwei, die im Kampfe ihre Kräfte messen sollten.

Fähnlein I Navy Blau:

  • Tor: Jopi Hammersen
  • Verteidigung: Matthias Lethaus, Matthias Marsch
  • Mittelfeld: Hennes Jednat
  • Angriff: Katrin Pichlmüller, Christian Harder, Martin Sillich

Fähnlein II Royal Blau:

  • Tor: Kay Urban
  • Verteidigung: Andreas Bohn, Manfred Wenzel
  • Mittelfeld: Nicolai Hammersen
  • Angriff: Hinrich Krack, Christian Libor, Norbert Miguletz

Schiedsrichter (da leider verletzt): Günther Metzner

Senioren des Hockey-Club Bad Homburg, August 2010
HCH-Senioren/AHs im August 2010: Matthias Marsch, Manfred Wenzel, Nicolai Hammersen, John-Philip Hammersen, Matthias Lethaus, Hennes Jednat, Hinrich Krack (stehend von links nach rechts); Katrin Pichlmüller, Andreas Bohn, Christian Harder (dito knieend); es fehlen: Christian Libor, Günther Metzner, Martin Sillich, Kay Urban

Aber wie es dem Söldner so innewohnt, kämpft er nur für den Lehnsherrn, der ihm den höchsten Sold oder die beste Aussicht auf fette Beute bietet (3). Beides ist beim Homburger Landgrafen nicht zu erhalten. So boten ein persischer Emir dem Torwart des royal-blauen Fähnleins mehr Sold und die Homburger Fugger einem navy-blauen Verteidiger bessere Futterage. Sie begingen Fahnenflucht, ebenso wie unser Urgestein Knut aus der Sippe der Schaefer, der zu den Schweizer Eidgenossen überlief (4). Da auch das Turnierfeld und damit die Zahl der Kämpfer vergrößert wurde, mussten beide Homburger Fähnlein, um überleben zu können, wieder vereint werden. Und sie schlugen sich wacker. Ein über das andere Mal standen sie in Überzahl vor des Gegners Tor, aber die Torausbeute blieb dennoch mager. Als sich die Homburger Söldner nach dem Turnier beim Met zusammenfanden, um die Beute zu verteilen, beanspruchte Christian (H.) vor Hennes die Krone mit drei Toren. Sie sei ihm gegönnt. Aber das Zepter gebührt unserer Jeanne d’Arc von Keck (5) für ihr Jungfern-Tor.

Da keine schriftkundigen Chronisten zugegen waren, sind die Ergebnisse der einzelnen Kämpfe nicht verbürgt. Schon kurz nach Ende der Wettstreite kamen Zweifel auf, ob das Spiel gegen Idar-Oberstein 3 oder 4:1 gewonnen wurde, und wer die Torschützen waren (6). Sicher überliefert sind nur die auf großem Felde geschlagenen Fehden gegen die German Wanderers. Behielten im ersten Durchgang die Homburger mit 1:0 die Oberhand, so mussten sie im zweiten mit 0:1 die Fahnen streichen (7).

Matthias Marsch

PS: Aber was wäre ein Söldnerheer ohne seinen Tross? Und ein Turnier ohne Zuschauer? Zum Scheitern verurteilt! Deshalb danken wir allen, insbesondere Hanne, Ingrid, Dagmar und Jürgen, die uns auf’s Beste versorgt haben. Und freuen uns über alle die alten Homburger und die besten aller Ehefrauen mit Kind und Kegel, die uns zugeschaut und angefeuert haben.

  1. Im Söldnerheer des 16. Jahrhunderts ein Truppenteil von 300 bis 600 Mann oder 250 Reitern unter einer Fahne (Der Grosse Brockhaus).
  2. Heutzutage besteht das Turnierfeld aus BASF-Balsam-Kunstrasen.
  3. Söldner: Krieger, der nicht für seine Nation, sondern gegen Geld (Sold) kämpft (Der Grosse Brockhaus).
  4. Auch unsere einzige Söldnerin wechselte im Turnier die Seite und kämpfte für die rot-weißen Streiter vom Main.
  5. Jeanne d’Arc ([ʒanˈdaʁk]), im deutschsprachigen Raum auch Katrin von Orléans oder die Jungfrau von Orléans genannt (Wikipedia).
  6. Auch Andreas mit dem einzigen verwandelten Strafstoß, Christian (L.) und Norbert trugen zur Torausbeute bei.
  7. Für die Geschichtsschreibung sei vermerkt, dass die Mannen aus Offenbach am Main unumstrittener „Turniersieger“ wurden.

„Doppelt hält besser!“ – Hallen-Heimatturnier der Senioren des HCH am 7. Februar 2010

Leider kommt man nicht umhin, auch mal selbst wieder ein eigenes Turnier auf die Beine zu stellen. Immer nur in die Ferne schweifen und bei anderen Vereinen schmarotzen (1), hat spätestens dann ein Ende, wenn die Fragen nach dem eigenen Turnier so bohrend werden, dass man keine Ausreden mehr findet. Außerdem stärkt es den eigenen Mannschaftsgeist, wenn alle, wirklich alle Mitspieler dann auch zum Turnier antreten. Nur den Spielertrainer und den Coach stellt diese Situation vor noch nicht gekannte Luxusprobleme. Wer spielt wo und wechselt mit wem und wann? (2) Der einzige gesetzte Solist ist der Torwart.

Die doppelte Mannschaftsaufstellung der Senioren (3):

  • Tor: John-Philip Hammersen – Solo
  • Verteidigung: Andreas Bohn, Matthias Marsch, Matthias Lethaus, Bernd Kümpel, Manfred Wenzel
  • Mittelfeld: Hennes Jednat, Knut Schaefer, Martin Sillich
  • Angriff: Nicolai Hammersen, Hinrich Krack, Christian Harder, Christian Libor
Senioren des Hockey-Club Bad Homburg in Kassel, Februar 2010
Zwölf (!) Mann hoch: Christian Libor, Nicolai Hammersen, Matthias Marsch, Bernd Kümpel, Manfred Wenzel, Hennes Jednat (stehend von links nach rechts); Knut Schaefer, Matthias Lethaus, Andreas Bohn, Christian Harder, Hinrich Krack (kniend von links nach rechts); auch er hat sich mal wieder bewegt: Goalie John-Philip Hammersen; es fehlt Nr. 13: Martin Sillich.

Gilt nun Einsteins Gleichung E=mc² auch für unsere Doppel-Mannschaft? Erhöht sich mit der Masse auch die Energie im Quadrat der Geschwindigkeit? Die experimentelle Beobachtung unserer Spiele lässt auf ein entschiedenes Jein (4) schließen. Schließlich haben wir ja nicht alle Spiele verloren, sondern wenigstens das letzte Spiel gegen SC Idar Oberstein/German Wanderers 2:2 Unentschieden (5) gestaltet. Und in diesem Spiel hat auch noch Christian (H.) sein zweites Tor nach dem Jungmannen-Tor (6) gegen den TSV Ludwigsburg geschossen. Die restlichen Tore erzielten Nicolai – Hattrick gegen den Offenbacher RV – und Knut (7). Hennes zog es diesmal vor, keine Tore für den HCH zu schießen; dafür traf er für den ORV (für Offenbach!?).

Letztendlich überwog die Freude über ein gelungenes Heimat-Turnier den „Frust“ aus den Niederlagen. „Well played!“ würde der englische Gentleman-Hockey-Player mit einem leichten Schlag auf die Schulter hier verlauten lassen.

Matthias Marsch

PS: Einen wirklich herzlichen und aufrichtigen Dank an die Damen, die das Entre so blumig gestalteten und die Spieler mit allem versorgten, was Küche und Keller hergaben.

  1. Nun ja, der Gastgeber hat wenigstens den Vorteil, dass er seine Mannschaftskasse ein wenig auffüllen kann.
  2. Auf unserer Auswechselungsbank ging es zu wie beim Eishockey – 1. und 2. Sturmreihe; 1. und 2.Verteidigung. (Gibt es im Eishockey eigentlich ein Mittelfeld?)
  3. Ab jetzt behauptet bitte keiner mehr, wir seien nicht in der Lage, elf  Spieler für eine komplette Hockeymannschaft auf den Platz zu bringen.
  4. Ein eindeutiges Nein ist hier zu verneinen, die Ergebnisse hätten ja noch schlechter ausfallen können!
  5. IO/GW trat ohne Torwart mit einem sechsten Feldspieler an!?! Es hört sich leichter an, als es ist, gegen eine so aufgestellte Mannschaft zu spielen.
  6. Der Begriff Jungfern-Tor erscheint hier äußerst unpassend.
  7. Was war nur mit den anderen Stürmern los? Auch dem HC Kassel gelang mit 3:2 die Revanche für die 0:4-Heimniederlage gegen uns eine Woche zuvor!

„Die Wiederauferstehung“ – Hallenhockey-Heimat-Turnier des HC Bad Homburg am 13. Januar 2008

Nachdem das letzte H³-Turnier mangels Halle, Beteiligung, Interesse etc. ausgefallen war, schien es an der Zeit, das Turnier wiederauferstehen zu lassen, und in einer neuen Halle „Am Wingertsberg“ in Ober-Erlenbach die alte Tradition fortzusetzen. Sorgen machten den Turnierorganisatoren nicht nur der Termin – Sonntag, der 13. – als letzter Ferientag, sondern auch die zögerlichen Zusagen der eingeladenen Vereins-Mannschaften. Als dann endlich vier Mannschaften zugesagt hatten – die „Rebläuse“ vom TV 1846 Alzey, die „Oldies“ vom HC Kassel, die „Lederhäute“ vom ORV Offenbach und die „Senioren“ vom TSV Ludwigsburg – da kamen die Absagen unserer eigenen Spieler. Der eine war noch im Skiurlaub, der andere musste nach Hamburg und der Dritte hatte ein Zipperlein. Doch dann erschien „ER“, unsere alte Torwartlegende Kay Urban. Wir glaubten schon, ihn an das Golf-Spiel verloren zu haben. Und auch die SG „Wanderers“ hatten noch nachnominiert.

Wer trat nun für die Alten Herren des HCH an?

  • Tor: Kay Urban
  • Verteidigung: Matthias Marsch, Manfred Wenzel
  • Mittelfeld: Hennes Jednat, Sigi Würtemberger
  • Angriff: Hini Krack, HaJo Radny, BiO Zahn

Von der Tribüne herunter wurde auch gleich noch Jörg van den Bruck verpflichtet, der zwar, seit er in München lebt, nicht mehr Hockey gespielt hat. Aber bei fünf Spielen á 25min Spielzeit zählt jede Hand, die einen Schläger halten kann. Man muss es klar und deutlich aussprechen: Als Gastgeber waren wir absolute Spitze. Auf dem Spielfeld verteilten wir Gastgeschenke en gros und in der Lobby Kaffee de Luxe (1).

Hier nun die Torgeschenke:

  • HCH – TV 1846 Alzey 1:4
  • HCH – HC Kassel 4:4
  • HCH – TSV Ludwigsburg 1:7
  • HCH – ORV Offenbach 1:7
  • HCH – SG Wanderers 1:3

Das macht dann 1:9 Punkte, 8:25 Tore und die Goldene Zitrone! Sieger wurde der TSV Ludwigsburg mit 10:0 Punkten und 24:7 Toren

Matthias Marsch

  1. Den Damen des HCH muss ein ganz großes Lob ausgesprochen werden. Von der Tischdekoration bis zum Kuchen – super!

„Ultra Marathon“ – Hallenhockey-Heimat-Turnier in Bad Homburg am 15. Januar 2006

Der Turnierorganisator Manfred Wenzel der „Alten Herren“ des HCH, die sich seit grauer Vorzeit mit dem Signet „Schloßgeister“ schmücken, hatte in- und transpiriert von den Bildern und Nachrichten der Rally „Paris-Dakar“ und vom „Ironman“-Ultra-Triathlon auf Hawai einen Turnierplan aufgestellt, der die Grenzen der Hockey-spielerischen Leistungs- und Leidensfähigkeit der teilnehmenden Hockey-Senioren und Alten Herren aufzeigen sollte. Gleichzeitig wurden auch die drei Positionen Lage, Ausdauer sowie Kälte- und Hitzefestigkeit im „Auf der Bank sitzen“, „An der Theke rumdrücken“ und „Bier stemmen“ getestet (1). Bei sechs Mannschaften sollte jeder gegen jeden spielen, summa summarum 5x30min = 2h30min Nettospielzeit, dazu noch für uns „Alte Herren“ 4h10min Pause zwischen dem ersten und zweiten Spiel (Kältetest bei minus 8° Celsius Außentemperatur), dafür das dritte bis fünfte Spiel mit nur jeweils einer Spieldauer Pause (Hitzetest bei 37,8° Celsius Körpertemperatur). Das sind Bedingungen, die das Herz eines Ultras höher schlagen lassen.

Wer glaubte nun, diesen Anforderungen gewachsen zu sein?

  • Tor: Jopi Hammersen, Caesare NN (Argentinien)
  • Verteidigung: Matthias Marsch, Wilhelm Rousselet, Manfred Wenzel
  • Mittelfeld: Nicolai Hammersen, Hennes Jednat, Sigi Würtemberger
  • Angriff: Hini Krack, HaJo Radny, BiO Zahn

Aufgewiegelt von einigen Rädelsführern, an der Spitze unsere Hamburger Freibeuter und Vitalienbrüder Jopi und Nicolai, schlug die Mannschaft zurück! Erstens wurde das letzte Spiel der HCH „Schloßgeister“ versus SG Wanderers von 17 auf 12 Uhr mittags – „High Noon“ – verlegt (2) und zweitens dann später noch die Spielzeit auf 25 Minuten verkürzt.

Es gab massig Tore, jubelnde und Becker sägende Torschützen, „Mea culpa, mea maxima culpa“ hadernde Verteidiger und sich an die Brust schlagende Torwarte, pfeifende Schiris und meckernde Verpfiffene, unschuldige Täter und theatralisch schwalbende Opfer. Es gab HCH-Spieler wie HaJo, denen das Programm immer noch zu lasch war, die den ultimativen Kick auch in anderen Mannschaften suchten und dort ihre Tore schossen. Es gab also alles, was das Herz der überwiegend weiblichen Zuschauer (siehe PPS) noch höher schlagen ließ.

Aber es gibt keine Aufzeichnungen darüber, wer, in welchem Spiel, in der wievielten Spielminute, auf welche Weise ein Tor geschossen hat. Es gibt keine offiziellen Ton-, Bild- oder sonstige Aufzeichnungen davon, keiner von der Turnierleitung hat sie notiert, keiner ein Pressekommunique herausgegeben (3). Sie sind dem Vergessen anheim gegeben. Aber wer sollte sich schon für ihre Namen interessieren, doch nur sie selbst oder ihre allernächste Entourage? Denen, die sich verewigt wissen wollen, sei gesagt: Sic transit gloria mundi.

Aber halt, der Autor erinnert sich: An das Spiel gegen die „Rebläuse“ vom TV 1846 aus Alzey, oder irgendwie so etwas mit „Wein“, eigentlich kein allzu wichtiges Spiel. Es ging nur noch um Platz, nicht um Sieg – den hatte die „Young Stars“ vom WTHC aus Wiesbaden mit 10:0 Punkten und 32:10 Toren längst in der Tasche. Aber bei Alzey spielte Knut Schaefer, das Homburger Urgestein, der Hockey-Mentor des Autors, versus Hennes Jednat, den Stern des SC 1880, den HCH-Hockey-Apollo mit den geflügelten Fersen, den Torgewaltigen. Aber auch Götter werden schwach, keinen 9m Strafstoss konnte er verwandeln. Das mußten Spieler aus der Abwehr wie der Doktor oder der Autor übernehmen. Ihm gelang hier sein erstes und gleichzeitig letztes und folglich einziges Tor im Ultra-Turnier. Andere waren erfolgreicher: Nicolai und Hennes (wer sonst?) waren die Ultra-Torschützen (4), Hini knipste auf Vorlage von den beiden, Manni und Wilhelm versenkten vom Neuner, Bio stand nur das Aus oder der Pfosten im Weg, Nicolai traf aus unmöglichem Winkel, sein Bruder Jopi war den Strapazen nicht gewachsen und wurde nach dem zweiten Spiel von Caesare Borgia (?) ersetzt (5), Sigi Du? Er fegte die rechte Außenbahn frei.

Für diejenigen Statistiker, die es nun wirklich genau wissen wollen, sind hier die Ergebnisse:

  • HCH — TV 1846 Alzey 5:5
  • HCH — HC Kassel 5:5
  • HCH — WTHC Wiesbaden 2:7
  • HCH — ORV Offenbach 6:3
  • HCH — SG Wanderers 3:0

Das macht dann 6:4 Punkte, 21:20 Tore und die Bronze Medaille! Silber ging an die Alzeyer „Rebläuse“.

Matthias Marsch

PS: Wirklich gefreut haben wir uns über den „Ex“ und die ganz „alten“ Alten Herren unter den Zuschauern, wie Adi Harz, Heinz Dähn, Jochen Dau, Dieter Fuchs (ehemaliger Torwart) mit Gemahlin, Erwin Trost.

PPS: Danke an Ingrid Beyer, Dagmar Friedrich-Tietz (Happy Birthday to You!), Christa Herzberger, Elke Zahn für die Bewirtung und fürs Zuschauen!

PPPS: Danke an Jürgen Beyer für die Turnierleitung!

  1. Auf den Spitzen-Kalibern Schweizer und Sächsischer Uhrenmanufakturen AP, JlC, IWC, Patek Philippe, Glashütte, Lange wird dazu angegeben: 32 Jewels – Adjusted five Positions – Cold and Heat.
  2. Der Autor hat dieses Spiel im Sinne des Wortes verschlafen, da er Störtebekers kopfloses Schicksal vor Augen nicht an den Sieg der Meuterei geglaubt und sich nach den Strapazen des ersten Spiels zu Hause noch mal aufs Ohr gelegt hatte.
  3. Der Lektor dieses Artikels, Adi Harz, merkte an, dass es einen offiziellen Spielberichtsbogen gäbe. Der Autor erwiderte, dass ihm dieser vorläge, er aber nur die o.g. Gesamtergebnisse enthielte: => Keine Korrektur!
  4. Exakte Zahlen sind nicht bekannt, Nicolai beansprucht 5 der 21 Tore.
  5. Um der Wahrheit die Ehre zu geben, er hat den Kältetest in seiner Torwart-Rüstung erwartungsgemäß bestanden, aber er hatte familiäre Verpflichtungen.