„125. Anniversary-Jubiläums“-Senioren-Mixed-Turnier bei SC Frankfurt 1880 am 25./26. Juni 2005

OPERATION GOLD – IV. Teil

„Das Remake 2005”

Zwei Jahre ist es nun schon wieder her, als das letzte Turnier der Krähen vom Hockey-Club Rot Weiß in München über die Bühne ging. Heuer veranstaltete nun der SC 1880 Frankfurt auf seinem Clubgelände am Dornbusch zu seinem 125-jährigen Jubiläum nach dem gleichen Modus das Remake mit den gleichen Mannschaften, die auch in München ins Rennen gingen. Der Regisseur des HCH – Dr. W. Rousselet – setzte auf die gleichen Hauptdarsteller, die schon in München das Publikum begeistert hatten. Bei der Besetzung der weiblichen Rollen mußte allerdings bedingt durch Absagen auf Damen aus dem Fundus der anwesenden Mannschaften zurückgegriffen werden. Aber auch damit kam unser Star-Ensemble glänzend zurecht und mit vier Siegen und einer Niederlage

gehörten der Pott (imaginär) und der Champagner (1) uns!

Da der Autor wegen wichtiger Angelegenheiten (er traf sich mit den Mitgliedern des „German BSA (2) Owners Club“ in den Hesse Midlands bei Marburg, um seine uralte 500 Einzylinder Starr-Rahmen BSA M 33 Baujahr 1949 auszufahren.) am Samstag verhindert war, kann er das Geschehen dieses Tages nur aus zweiter Hand wiedergeben. Aus den verschieden Versionen – mal kam der Ball flach mal halbhoch aufs Tor – entpuppte sich als Grund der einzigen Niederlage ein Grasbüschel des Naturrasenplatzes, der den Ball unhaltbar für unseren Torwart mal hoch, flach, rechts oder links ins Tor ablenkte.

Am Sonntag dann kam es zur Auseinandersetzung mit Z 88 (Berlin gegen Berlin (3)), die mit 3:0 den Kürzeren zogen. Zwei Damentore brachten die notwendigen Zusatzpunkte, die ein Spitzen-Team auszeichnen. Danach wurden auch noch die Mannheimer „Schleusenwärter“ mit 3:1 und ebenfalls zwei Damentoren geflutet. Das war der Gesamt-Sieg!

Defilee der glorreichen Spieler auf dem Roten Teppich:

  • Tor: Oliver Woyda
  • Verteidigung: Didi Biskup, Matthias Marsch, Conny Rahmer, Kai Wenzel
  • Mittelfeld: Holger Beck, Silke Becker, Guido Werner, Henning von Wolff
  • Angriff: Thomas Bischoff, Hans-Günther Jednat, Anja Kéthe
  • Coach: Wilhelm Rousselet

Matthias Marsch

PS: Das Essen bei Gennaro im Club soll Spitze gewesen sein!

  1. Apfelschaumwein von Jörg Stier aus Maintal.
  2. Birmingham Small Arms – zu seiner Zeit der Welt größter Hersteller von Motorrädern.
  3. Unsere Ex-HCH-Berliner gegen Zehlendorfer Berliner.

SUPERGIL 50th Anniversari – Torneo Internazionale Hockey Indoor, Villafranca/Italia 9./10. Marzo 2002

Si ricorda?

Vor vier Jahren berichtete Ihnen der Autor über das 3. Torneo Internazionale Faccioli Nereo, Pasqua MIIM, als Schnee und Regen die Provincia Venetia heimsuchten, und die beste aller Ehefrauen anmerkte, warum denn in die Ferne schweifen, um gegen OF und N in Italien zu spielen.

Tempora mutantur et nos mutamur in illis

Es wurde alles anders, das Wetter, die Mannschaften, einfach alles. Gilberto, unser Veronese im Team des GHT, hatte zu seinem 50. Compleanno seine Freunde zu einem Turnier A eingeladen. Außer unserem Global-Hockey-Team mit den HCHlern Elke und Bio Zahn, Andreas Harz, Matthias Marsch, Wilhelm Rousselet, waren aus Germania nur Rosenheim und Deubumi anwesend. Die anderen Mannschaften in unseren Gruppen kamen zum torneo maschile aus Villafranca, Brescia und Bologna, zum torneo femminile aus Villafranca, Padova und Roma.

Gloria victoria

Abgesehen vom Spiel gegen Gastgeber Villafranca, das mit 0:3 verloren ging, konnte die squadra maschile des GHT ihre Gruppenspiele mit 2:1 gegen Brescia und 8:4 gegen Bologna gewinnen. Die squadra femminile war noch erfolgreicher, gewann gegen Villafranca und Roma jeweils 2:1 (das Ergebnis gegen Padova ist leider nicht überliefert). Aber unsere beiden Mannschaften kamen über Siege im Halbfinale (jeweils gegen Deubumi) in das Finale gegen die Damen und Herren aus Villafranca. Hier waren die giocatrici des GHT erfolgreicher als die giocatori. La portiera Elke Zahn konnte im 9m calcio di punizione den Sieg festhalten, wohingegen die Männer mit 3:4 unterlagen. Zum Trost durfte Andreas Harz die coppa d‘oro als bester marcatore mitnehmen. Sein gol von rechts außen war auch wirklich grandioso!

Gilberto vivat, crescat, floreat!

Hätte Gilberto eine Toga getragen und einen Lorbeerkranz auf seine Tonsur gelegt, er wäre das lebende Abbild eines römischen Senators, nicht wie Cäsar, eher wie Pompeius Crassus. Und er genoß das Bad in der Menge seiner zumeist weiblichen Gratulanten! Das Geburtstagsfest dauerte drei Tage. Es begann am Freitagabend mit selbst gemachten Antipasti im Clubhaus von Vallegio sul Mincio, setzte sich fort am Samstag in der Pizzeria Mix in Villafranca di Verona und endete am Sonntag mit hausgemachten Pasta mista in der Trattoria La Kantona in Mezzocane. Dazu floß der Wein aus der Region Venetien in Strömen aus den strohumflochtenen 100 Liter Glasballonen und Bruno, unser Torwart, verkostete seinen selbstgebrannten Grappa (nichts für zart besaitete Kehlen).

Gaudeamus igitur juvenes dum sumus

La Via sul Alpi wurde gesäumt von einem Besuch Veronas mit seinem Anfiteatro und einer Weinprobe auf dem Gut des Conte Serego Alighieri, einem direkten Nachfahren Dantes. Der Lago di Garda war einsam und menschenleer, keine Touristen, und in Meran erwachte so langsam der Frühling. Bella Italia!

Matthias Marsch

P.S.: lm Cafe al Teatro in Verona servieren noch immer die Zwillingsmaiden einen eccellente cappuchino mit eingeschäumten Herzen, Blüten, Ginko- oder Eichenblättern. Aber auch das weibliche Auge kann sich erfreuen, ein Cameriere, jung, schlank, groß gewachsen, feingliedrige Hände, schwarze kurze Locken, ein klassisch römisches Gesicht und stahlblaue Augen unter seidigen Wimpern, kurz: Ein Apoll von Veronese oder ein früher Alain Delon.

20. Internationales Hallenhockey-Turnier beim 1. Hanauer THC, 11./12. Nov. 2000

Vergessen Sie Golf, Polo, Power-Boat-Offshore-Racing und erst recht die Formel 1! Hockey ist die exklusivste Sportart des Universums. Zumindest galt dies für das 20. Hallenhockey-Jubiläums-Turnier des 1. Hanauer THC. Oder kennen Sie ein Sportereignis, bei dem sich Mannschaften aus ganz Europa um einen Platz im Teilnehmerfeld reißen, um dann an einem Tag, noch dazu einem Sonntag, ein einziges Spiel mit ganzen zehn Minuten (brutto) zu spielen?

22 (!) Mannschaften trafen sich in Hanau zum 20. Hallenturnier, darunter so bekannte Namen wie UHC Hamburg „Feldlerchen“, Hannover „Rennmäuse“, HG Nürnberg „Deubumi“ bei den Seniorinnen und Villafranca, SV Hellas Nauen, All Stars „Die Looser“ (nomem est omen), HC Olten und natürlich die Global Hockey Travellers mit einer Veteranen- und einer Seniorinnen-Mannschaft. Die Team-Manager Elke und „Bio“ Zahn hatten wieder eine ganz exklusive Mannschaft berufen:

  • Dagmar Friedrich-Tietz, Elke Zahn (HC Bad Homburg), die „Sister Acts“ Jutta und Sabine (Fürth) sowie Anneliese und Hermine (Frankental) – Bitte? Wie die Williams Sisters Venus und Serena? Besser! – und Conny, Hanne, Ricki (Fürth)
  • Heinz Dahn, Andreas Harz (passiv HCH), Hennes Jednat, Friedrich Korf (ex HCH), Hinrich Krack, Matthias Marsch, Hajo Radny, Wilhelm Rousselet, Kay Urban, Rolf Zahn (alle HC Bad Homburg)

Sie fragen sich, ist das der? Sie lesen richtig, genau der ist das! Spielt der wieder? Ja, der spielt wieder links! Und jeder intime Kenner des HCH-Veteranen-Hockey weiß, wer der ist.

Wegen der großen Anzahl von Mannschaften, war die Spielzeit der Gruppenspiele in der Vorrunde am Samstag schon auf 15 Minuten limitiert. Dennoch gab es viele torreiche Begegnungen.

Und es war Hansis Tag!

Pardon! Hans Günter Jednats Tag, heute bekannt unter dem Pseudonym „Hennes“. Allerdings wird er seinen Namen aus Kindertagen bei all denen nicht los, die schon an seiner Windel gerochen haben. Es war schon beeindruckend, wie er, getragen von einer hervorragend aufspielenden Mannschaft, ein ums andere Mal den gegnerischen Torwart überlistete: Nach einem Solo an der linken Bande ein Backhand-Heber vom Feinsten über den herausstürmenden Goalie, ein, im Handball würde man sagen, Seitfallwurf aus spitzem, rechten Winkel am Torwart vorbei.

Aber auch die anderen Torschützen sollen nicht vergessen sein: Heinz und Bio aus linker Position nach gelungenen Kombinationen aus der Abwehr und dem Mittelfeld, Andreas und Wilhelm als Strafstoß-Schützen. Hajo wäre auch beinahe ein Tor gelungen, aber es fehlten ihm einige Zentimeterchen zur Anerkennung (außerhalb des Schußkreises), wie er durch Spreizen von Daumen und Zeigefinger andeutete (lernt er jetzt schon bei Hinrich das Anglerlatein?). Außerdem es war die verkehrte Mannschaft, nämlich die „Looser“, bei der er spielte. Und was ist über die Abwehr zu sagen? Sie hielt dicht, zumindest so dicht, daß wir nach zwei Siegen und einer Niederlage am Sonntag im „Kleinen Endspiel“ mit den besagten zehn Spielminuten um den 3. Platz standen und gegen HC Olten aus der Schweiz mit 3:1 gewannen. Leider ging das erste Spiel gegen Villafranca, den späteren Turniersieger mit 1:2 verloren, dafür gewannen wir gegen Hellas mit 4:3 und gegen die All Stars mit 5:2 Toren.

Leider lief es bei den Mädels (sorry, Seniorinnen!) nicht so gut. Gegen „Deubumi“ (Kürzel für „Deutschlands bunte Mischung“) hielt sich die Niederlage mit 0:1 noch in Grenzen, gegen die „Rennmäuse“ steigerten sie sich zum 0:3, um sich dann von den „Feldlerchen“ ein 1:6 einzwitschern zu lassen. Das bedeutete dann die „Goldene Zitrone“! An der Torwartin kann es nicht gelegen haben, denn Elke ist mit den Jahren jünger geworden, nicht mehr Mitte Dreißig, nein genau 30, wie ihr Trikot von Jucca Tammi auswies.

Was gab es sonst noch? Christa Herzberger beobachtete im Auftrag des Deutschen Hockey Bundes die Spiele. Am Samstag und Sonntag, den klassischen Familienvatertagen, wuselten die Jednatschen und Tietzschen Bengel durch die Halle. Und über die Festivitäten wird vielleicht der „Bio“ noch berichten.

Das war’s von Matthias Marsch

P.S.: Beinahe mußte im Veteranen-Training die Halle wegen Überfüllung geschlossen werden (eine Damen- und zwei Herrenmannschaften à fünf Spieler plus Auswechselspieler).

The LMHA 50th Anniversary „Golden Festival“, Loughborough University, 5th/6th September 1998

Mitte Juli richteten die Team-Manager der Global Hockey Travellers, Elke und „Bio“ Zahn, eine Eilanfrage an die Alten Herren des HC Bad Homburg, wer Interesse daran hätte, einer Einladung von Cathy Tate zum „Golden Festival“ der Leicestershire Mixed Hockey Association nach England zu folgen. Cathy Tate ist die „secretary of team“ der „Bedouins“ und Mitorganisatorin des Celebration Festivals, die mit einigen Mitspielern der LMHA schon in unserer Mannschaft beim Krähen-Turnier in München gespielt hat. Lust hatten viele, Zeit schon weniger und so flog dann eine kleine Truppe von German/Innen über den Ärmelkanal nach Birmingham, um gegen die Normannen, Angeln und Sachsen zu kämpfen.

Nach und nach trafen am Donnerstag (in der Reihenfolge ihres Auftretens) Elke und „Bio“ Zahn, Jutta und Sabine aus Fürth, Heinz Dehn und Matthias Marsch, Dagmar und Emilia KD (Köln-Düsseldorfer) sowie als letzter Rienus aus Holland in Cathys und Pauls Whateley Farmhouse in Staffordshire ein. Bei herrlichem Spätsommerwetter tranken wir im Garten unsere erste Tasse Tee; Ferdy, der Hahn, gesellte sich zu uns und pickte die Krümel auf, und hinter dem Stall schnatterte eine Herde Gänse. Die Gebäude von Whateley Farmhouse stammen aus dem 16. Jahrhundert, die Deckenbalken von Schiffen der geschlagenen spanischen Armada, die gerade von unseren Gastgebern liebevoll restauriert werden.

Am Freitagmorgen begleiteten wir Cathy zu ihrem Hospital in Dudley, um das gegenüberliegende „Dark County Museum“ zu besichtigen. Dieses „Living Museum“ ist so eine Art „Hessenpark“, allerdings mit den für das englische Kohlenrevier typischen Industriebauten. Neben den vielen kleinen Backsteinhäusern und –geschäften, in denen die „Bewohner“ in typischen Kleidern des beginnenden Industriezeitalters den Besuchern Dinge des damaligen Lebens demonstrierten, gab es auch ein Kohlebergwerk zu besichtigen. Hier konnte man die Lebens- und Arbeitsbedingungen der englischen Coalminer des vorletzten Jahrhunderts hautnah erleben.

Campus der Loughborough University

Am Abend zogen wir dann um auf den Campus der Loughborough University, eine in England sehr bekannte Sport-Universität (Sebastian Coe, der 800-m-Läufer, trainiert hier) in das Studentenwohnheim, wo dann auch Anja Miguel und Andreas Harz zu uns stießen. Erinnerungen an meine Studentenzeit in Darmstadt und Berlin wurden wach, 8 m2 Fläche, ein Bett, ein Einbauschrank und ein Schreibtisch sowie eine Dusche und Toilette für acht Wohneinheiten im Treppenhaus.

„You know how to skittle?“ Diese Frage unseres Gastgebers beim gemütlichen „Get together“ musste mit einem eindeutigen „No, Sir!“ beantwortet werden. Skittle ist die keltische Variante unseres Kegelns. Nur dass hier die Kegel-„Pins“ mindestens doppelt so groß sind, zum Werfen statt einer Kugel ein hölzernes Rugby-Ei benutzt wird, und dieses Stück Baumstamm muss auch noch einmal auf dem Boden aufspringen, bevor es einen Pin treffen darf. Als der Autor beim Probewerfen im ersten Wurf gleich vier Pins und im zweiten dreiPins abräumte, wurde er als bester Ausländer und pick number 2 von „Big John“ gedraftet. (Fragen Sie Ihren Nachwuchs, der kennt sicher die Regeln der NBA). Pünktlich um 10.45 pm wurde zur „last order“ geläutet und danach das letzte Pint Lager, Bitter oder Ale geleert.

Der Samstag und erste Spieltag brachte uns endlich das, was wir bisher in England nach unserem Sommer so schmerzlich vermisst hatten: Regen! But the games must go on. Das Motto der Spiele lautete: Six per Sex per day.

Damit war nicht die Umsetzung von Martin Luthers Maxime „In der Woche zwier schadet weder ihm noch ihr!“ in das Viagra-Zeitalter gemeint, sondern die Zahl der matches per day. Jede Mannschaft spielte in drei „competitions“, nämlich

  • Mixed 11-a-side (5 men, 5 ladies, Goalie either sex)
  • Ladies 7-a-side (Goalie can be either sex)
  • Men´s (Blokes) 7-a-side (Goalie can be either sex)

Das Festival Summary gibt dazu noch folgendes an: “For each competition there will probably be around 3 matches per day (so 6 per sex per day)”. Bei einer Spielzeit von 25 min für 7-a-side und 35 min für 11-a-side ergibt das insgesamt 180 min gleich drei Stunden pro Tag. Das war wahrlich kein Zuckerschlecken! Als wir auf Pitch 6, einem traumhaften Kricket-Rasenplatz, zu unserem ersten Blokes 7-a-side Match gegen Leicester antragen, lernten wir noch eine weitere der „match rules” kenn, Zitat: „For new players – yes, it is played on the full pitch.“ „Hand aufs Herz, haben Sie schon einmal auf dem großen Feld mit sechs Feldspielern gegen Mittdreißiger 25 min lang gespielt?“

Ehrlicherweise müssen wir gestehen, dass wir immer etwas „late” auf dem Platz waren und auch die Begrüßungszeremonie mit der Übergabe einer Flasche Bocksbeutel (What´s that?) ausdehnten. Nur unserem ausgeliehenen englischen Goalie – männlich, Mitte zwanzig, 1,90 m und regenfest – hatten wir es zu verdanken, dass wir kein Debakel erlitten, sondern nur 3:0 verloren. Unser Standard-Goalie Elke Zahn – weiblich, Mitte dreißig (Damen ihres Alters sind immer Mitte dreißig), 1,60 m und auch regenfest – hatte sich geweigert, bei den Men´s matches (goalies either sex hin oder her) ins Tor zu gehen, als sie mitbekam, wie die englischen Jungs beim Torschuss abziehen. Mit neuer Taktik –weniger laufen und mehr zuspielen – haben wir dann die Herren-Spiele gegen Market Harborough, Hermitage, Aardvarks und Druck mehr oder weniger erfolgreich gestalten können. Die Ladies 7-a-side hatten leider Pech, dass es zu ihren Spielen am Samstag ganz besonders stark regnete. Daher fehlen dem Chronisten die Ergebnisse. Er zog sich nämlich, so oft es möglich war, ab 11.00 am in Herbie´s Bar at the Students Union Building zurück (nicht nur er!).

Global Hockey Travellers 1998 in Leicestershire

Die Mixed 11-a-side matches waren die Höhepunkte des Festivals. Mit Unterstützung unserer englischen Freunde, Cathy, Jann und Pete konnten wir mit den anderen Mannschaften aus Loughborough, Stoke Golding, West Park, Syston usw. nicht nur gut mithalten, sondern auch das eine oder andere Spiel gewinnen. Ein Spiel, nämlich das letzte gegen unsere Gastgeber, die „Bedouins“, ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Es begann damit, dass sich die Mannschaften in keltischer Schlachtordnung als wilder Haufen im Tor versammelten, mit den Stöcken auf den Alupfosten einen Höllenlärm machten und ein Goalie-Wettrennen zum Anstoßpunkt startete. Als der Umpire das Handicap unseres Goalie Elke – ihre Beinlänge – bemerkte, kickte er die Kugel in ihre Richtung und verschaffte ihr so den kleinen Vorteil, der zum Sieg reichte. Und es endete damit, dass wir als beste, weil einzige, ausländische Mannschaft von Colin Roberts, General Secretary LMHA, ausgezeichnet wurden. Der Captain des GHt-Teams, „Bio“, und der ad hoc ernannte team-secretary, Andreas Harz, dankten in einer wohlgesetzten Rede, die auch dem Speaker im House of Lords gut angestanden hätte.

Zum Schluss möchte ich noch einmal aus den „Festival Rules“ zitieren:

The overall team score will be added to or deducted from with factors such as „sportsmanship“, „co-operation“, „willingness to provide umpires“ and any other „whatever we feel like on the day” factors. Although this may annoy some purists, this is a festival, not a serious competition.

Matthias Marsch

P.S.: Es gäbe noch so vieles zu berichten, über das gute Essen (in England?) beim Inder (ach so, deshalb!), über die Lagers, Bitters and Ales, über die Highland-, Lowland- and Islay-Single-Malt-Whiskies, über die Castles and Towers, über die Dungeons and Dragons and, and, and …! Das alles könnt Ihr live erleben – jeden Donnerstag im oder nach dem Training der AH!

8. lnternationales „Old Style Jazzy Hockey Festival Prinsenbeek“ in Breda/Niederlande, 21.-23. Mai 1998

Nachdem es im Vorfeld bei der Vorbereitung des Turniers zwischen dem Veranstalter dieses Turniers, dem H.C. Prinsenbeek, und dem Veranstalter des im Wechsel stattfindenden Co-Turniers in Brüssel, Les Eburons/Rapidity, zu ernsten Auseinandersetzungen über den Austragungsort gekommen war, schien das Ende des Jazzy Hockey Festivals gekommen zu sein. Aber Totgesagte leben länger!

Als die Einladung nach Breda beim Captain der HCH-Veteranen, Jochen Dau, dann doch noch eingegangen war, kam auch der letzte vom Zipperlein und Rheuma geplagte Veteran hinter dem Ofen hervor und aus den Puschen heraus, um gen Prinsenbeek, dem Mekka des Old Time Jazz und Hockey, zu wallfahren. Aber auch ein paar mittelalte Youngster konnten dem Locken der Blechbläser, Banjoschrammler, Baßzupfer und Trommler nicht widerstehen. Und dann unser Fan-Troß, der in voller Mannschaftsstärke mitgereist war und für die notwendige Unterstützung in Form von Heineken, eingelegtem Hering mit Zwiebeln und Jonge Genever (ein Muß nach dem rohem Fisch) sorgte.

Zu den Klängen der Dutch Barrel-Organ wurde am Donnerstag vor den Spielen die Mannschaftsaufstellung und die Spieltaktik auf einem Bierfilz festgelegt. Heraus kam folgende Aufstellung:

  • Tor: Kay Urban
  • Libero: Kai Wenzel
  • Verteidigung: Manfred Wenzel, Manfred Euler, Holger Lüttgen, Jochen Dau, Matthias Marsch
  • Mittelfeld: Hans G. „Hennes“ Jednat, Fred (aus Holland), Erwin Trost, Jürgen Heyer
  • Sturm: Wilhelm Rousselet, Rolf „Bio“ Zahn, Hinrich Krack, Walter Both, Heinz Dähn, Manfred „Gummiknie“ Richter

Obwohl die Taktik sehr einfach war – im Sturm auf 0:0 spielen, und in der Verteidigung das 0:0 halten – wurde sie nicht konsequent eingehalten. Aber zum Glück hat der Sturm mehr Tore geschossen, als die Verteidigung und der Torwart kassiert haben.

Kommen wir nun zu den Ergebnissen von de wedstrijden. Von insgesamt 26 Mannschaften aus Holland, England, Portugal und Deutschland waren acht Mannschaften mit uns in Poule C: Bangers, Ashford H.C., Sextons H.C., Mid Sussex H.C. aus England, Rilland-Bath und The Old Timers aus Holland und Schwarz-Weiß Köln/Pinguins aus Deutschland.

Gleich im ersten Spiel am Himmelfahrtstag gegen die Old Timers, die ihrem Namen alle Ehre machten, gelang Hennes Jednat nach Sololauf das erste Tor, dem trotz aller Überlegenheit in den weiteren 30 Minuten keines mehr folgen sollte. Gegen den Ashford H.C. gelang Wilhelm Rousselet zwar das erste Tor, aber Ashford konnte durch einen Schuß aus spitzem Winkel unter dem fliegendem Torwart hindurch zum 1:1 ausgleichen. Unsere Mannschaft konnte froh sein über das Unentschieden, da Kay Urban mit dem Schlußpfiff noch einen Siebenmeter hielt. Im letzten Spiel des Tages gegen die Bangers war Hennes Jednat, unser Slalomspezialist, zweimal zum 2:0 erfolgreich. Das Ende des Tages klang mit einem Bali-Indonesian-Buffet zur Musik der Dixieland All Stars aus.

Am Freitag gelang dann wiederum Wilhelm Rousselet ein schönes Tor aus dem Feld gegen die Sextons, aber mit einer kurzen Ecke gelang den Sextons der Ausgleich zum 1:1. Es war ein strammer Schuß durch die Hosenträger/Schoner unseres Torwarts, 875 mm höher, und er hätte die Schutzwirkung seines Suspensoriums erfolgreich testen können.

Gegen Mid Sussex setzte es dann in den letzten Spielminuten die erste Niederlage mit 0:1 nach einer von vielen kurzen Ecken. Leider waren die Arme des rechten Verteidigers (d.h.·des Verfassers) um einen halben Meter zu kurz, um den Ball noch von der Linie zu kratzen. Außerdem wurde noch unser Libero vom Platz gestellt, da er dem Schiedsrichter die Trillerpfeife bis zum Zäpfchen in den Hals schob, wie dieser behauptete.

Gegen Rilland-Bath, den späteren Gruppenersten von Poule C, leisteten wir uns die vorgegebene taktische Nullnummer. Wir hätten gewinnen können, ja sogar müssen, hätte nicht unser Linksaußen „Bio“ Zahn die Taktik so verinnerlicht, daß er völlig freigespielt von Hennes Jednat einen Airball schlug. Das war natürlich eine Runde Heineken wert.

lm letzten Spiel des Tages gegen die Ex-Bundesliga-Profis von Schwarz-Weiß Köln/Die Pinguine gelang uns trotz drückender Überlegenheit des Gegners, der einen Siebenmeter nicht verwandeln konnte, mit dem ersten Konter das einzige Tor des Spieles zum 1:0-Sieg. Es war ein digitales Traumtor (hopp oder dopp) von unserem Kreisel-Stürmer Hinrich Krack. Nach einer vom Gegner halbhoch abgelenkten, scharfen Hereingabe von der Torauslinie schlug er den Ball direkt ins Tor.

Danach gönnten wir uns trotz fortgeschrittener Zeit und klammer Kälte erstmal das Gastgeschenk der Kölner, ein Kölsch. Welch ein Genuß!

Dem aufmerksamen Leser wird sicher nicht entgangen sein, daß bei insgesamt 26 Mannschaften (davon 14 aus England) – und nur acht Mannschaften in Poule C – in Poule A und B wie viele sein müßten? Richtig: Neun Mannschaften! Um nun zur gleichen Anzahl an Spielen zu kommen wie in den anderen Gruppen, wurde am Samstagmorgen ein weiteres Spiel innerhalb unseres Poules angesetzt. Wieder trafen wir dabei auf die Pinguine. Und wieder gelang uns ein 1:0-Sieg. Diesmal war es Wilhelm Rousselet, der einen Abpraller von den Schienen des Torwarts eiskalt verwandelte. Den Sieg rettete letztlich Kai Wenzel, der einen hohen Ball nach einer kurzen Ecke für den schon geschlagenen Torwart auf der Linie aus der Luft pflückte.

Trotz dieser Weltklasse-Leistungen (schade, daß Paul Lisseck nicht mal von der WM in Utrecht aus kurz zur Sichtung für den gleichzeitig spielenden Nationalkader herüberkam) wurden wir nur Dritter in unserem Poule. Wie kommt das nun? Es lag an unserer Taktik! Zwar haben wir gegen den Gruppenersten taktisch clever 0:0 gespielt und den Gruppenzweiten, die Kölner Pinguine, zweimal 1:0 geschlagen, aber am Ende hatten wir bei gleicher Punktzahl wie der Zweite, nämlich 15 Punkte, zu wenig Tore geschossen. Einen Gegner hatten die Pinguine mit 7:1 abgefertigt.

In den Spielen um den 7. bis 9. Platz im Endklassement (die jeweils Gruppengleichen spielen gegeneinander) gelangen uns ein 1:0-Sieg gegen die Hampshire Harlequins durch ein sauberes Tor von Manfred Euler und eine 0:1-Niederlage gegen den Old Williamsonian H.C., nachdem durch einen Torwartkick der Ball genau vor dem Schläger eines Old Williams landete, der ihn halbhoch ins lange Eck donnerte. Damit waren wir Achter im Gesamtergebnis, die beste Plazierung seit wir 1992 Fünfter geworden waren.

Über einen Wermutstropfen muß hier noch berichtet werden. Neben dem Pokal für den Sieger gibt es noch einen Fair-Play-Pokal. Da unsere mittelalten Heißsporne Kai und Hennes wegen Schiedsrichterbeleidigung jeweils einmal die Rote Karte sahen (der Arien trillernde Referee, mit dem sich Kai angelegt hatte, war ausgerechnet der Captain der Siegermannschaft Ashford Roaring Forties) belegten wir im Fair-Play-Pokal den 26. und letzten Platz, noch hinter der gastgebenden Mannschaft von Prinsenbeek. Asche über unsere Häupter!

Die Torjägerkanone teilen sich Wilhelm Rousselet und Hennes Jednat mit je drei Toren, zum MVP (Most Valuable Player) wurde Hennes Jednat gewählt, da er außerdem die meisten Assists (Vorlagen zu Toren) gegeben hat. Rebound-König wurde (nein, nicht Dennis Rodman) Kai Wenzel, der die meisten Bälle hinten abfing. Im Grunde kann jeder in der Mannschaft einen Titel für sich beanspruchen: Schnellster Rechts-, Linksaußen, Bester Auswechselspieler, Schönster Bartträger, Ältester Teilnehmer, Elegantester Tänzer. Zum Beispiel hat Fred, unser fliegender Holländer, auch noch ein Tor geschossen, allerdings ausgerechnet für die Kölner Pinguine in der Endrunde. Wer aber Heavy Weight Champion werden könnte, verschweigt der Autor. Er wäre in Gefahr, selbst diesen Titel zu erringen.

Die „Old Style Jazzy Hockey Night“ fand am Freitag diesmal nicht im Zelt, sondern in der VIP-Lounge des „Fujifilm Stadion“ statt. Bei heißer Musik von den „Dutch Swinging Dixie Devils“ und „King Pleasure and the Biscuit Boys“ wurde gespeist, getrunken und getanzt (soweit sich einige mit hockeysteifen Hüften überhaupt noch bewegen konnten) bis tief in die Nacht. Endpunkt war dann die Hotelbar.

We hope to see you again in 1999 or 2000!